Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1876294
Erster Abschnitt. 
Mobilien, Geräthe und Gefäße. Bade- 
und Schmuckgeräthschaften. 
453 
Bei a, Z, m und n finden wir Spiegel, und zwar in a, l, n die runden 
Handspiegel von Metall, welche überwiegend im Gebrauch waren, obwohl 
auch viereckige Spiegel vorkommen, wie das Beispiel bei m (in modernem 
(l  j, .2, w, 
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Fig. 252. Schmuckgeräthschaften.   
Rahmen] lehrt, und Wandspiegel ebenfalls nachweisbar sind. Gewöhnlich 
aber bediente man sich der runden Handspiegel von Metall, meistens von Erz, 
hie und da. auch von edelen Metallen, bei denen die Rückseite und der Stiel 
der künstlerischen Verzierung Raum und Anlass boten. Die Rückseite wurde 
bei den Römern freilich nur mit einfachen Linien, Arabesken oder sonstigen 
rein decorativen Ornamenten in eingerissenen oder erhabenen Figuren verziert 
(siehe n) , während die Rückseite der in früheren Zeiten irrthümlich für Pateren 
gehaltenen Spiegel bei den Etruskern mit einer Fülle zum Theil der vortreff- 
lichsten Figurencompositionen bedeckt wurden; den Stiel dagegen findet man 
auch bei Spiegeln aus Pompeji in mannichfaltiger Weise gestaltet und ge- 
schmückt, wie die mitgetheilten drei Beispiele zeigen, deren eines eine nackte 
auf einer Schildkröte stehende Figur zum Träger hat, während der Stiel des 
zweiten nur einfache Ornamentglieder zeigt und der des dritten aus einer 
Maske entpringt und in einen Schwanenkopf hakenförmig endet. Neben den 
Spiegeln stehn bei c und e ein paar Schminknäpfchen, das eine von Glas, 
durch Welches man das vielgebrauchte Material, ein Stückchen rother und 
ein kleineres weißer Schminke erkennt, das andere von Elfenbein mit einem, 
Eros darstellenden Relief verziert. Die Kämme d, i, k erkennt Jeder ohne 
Beschreibung, es ist nur zu bemerken, dass die weiten (Pferde-) Kämme d, k 
von Bronze sind, während der Staubkamm 2', welcher den modernen durchaus 
gleicht, wie diese aus Knochen besteht. Auch das Ohrlöffelchen b erklärt sich 
selbst. Den beiden Büchschen von Elfenbein f, k kann nur fragweise ein 
Zweck angewiesen werden, für das eine ist er durch hineingelegte moderne 
Stecknadeln angedeutet, bei dem andern mit dem Stöpsel wird er in Auf- 
bewahrung einer feinen Salbe bestanden haben. Bei g endlich ist eine 
Auswahl von Haarnadeln von Elfenbein zusammengeordnet, deren Köpfe in 
verschiedener Weise und mit verschiedenem Geschmack verziert sind. Am 
anmuthigsten erscheinen unstreitbar die weiblichen Figürchen, welche Aphro- 
dite darstellen, auch ungleich passender zum Schmuck eines schönen Kopfes 
als eine Gernse oder eine offene Hand oder dergleichen armselige, nur zum 
Theil durch symbolische Bedeutung der dargestellten Gegenstände motivirte
        

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