Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1876284
452 
Fünftes Capitel. 
WVeise so genannten Thränenfläschchen. Der Trichter bei h, das zierliche 
Henkelgefaßchen bei r, sowie der bei n abgebildete Heber bedarf keiner 
Erklärung. Verwandt ist das bei g abgebildete fragmentirte Geräth, Welches 
an seiner untern Fläche von sechs Löchern durchbohrt ist, um den dicklichen 
Satz des Weines nicht mit durchzulassen. Bei d, e und f stehn drei Trink- 
gläser, welche mit aufgeschmolzenen Reliefverzierungen versehn sind, nach 
einer Technik, in der man im Alterthum, wie noch Weiterhin gezeigt werden 
wird, Erstaunliches leistete. Endlich finden wir bei m eine flache Schale und 
bei 2' eine größere dergleichen auf einer Unterschüssel; es ist möglich, aber 
nicht gewiss, dass diese Geschirre zum Auftragen von Brühe dienten. 
Reichlich vertreten sind in den Funden von Pompeji auch die zur Körper- 
pflege und zum Putz dienenden Gegenstände, von denen die folgenden Abbil- 
dungen eine kleine Auswahl enthalten. Fig. 251 stellt einen in den kleineren 
 Thermen gemachten Fund von Badegeräthschaften 
Säfwäagjlx dar. Dieselben sind auf einen Metallring, unseren 
 z)  Schliisselringen ähnlich, gezogen, welcher elastisch 
. j . ist und dessen Trennung in das Ornament zweier 
  Thierköpfe fällt, welche in einen Apfel oder in eine 
  xxÄ-ÄK, Kugel beißen. Am zahlreichsten vertreten ist das- 
  QÜ jenige Geräth, welches uns am fremdartigsten er- 
    scheint, die Badekratze nämlich (strigilis) , welche die 
ü?   ' Alten nöthig hatten, um das Fett, die Salben und Öle 
l,   , j vom Körper abzuschaben, mit welchen sie sich ein- 
l  zureiben und zu bestreichen liebten.  Und zwar so- 
g  g." 2 wohl nach dem Baden wie auch bei den Übungen 
 auf dem Ring- und Turnplatze, bei denen sich auf 
 das Öl noch Staub und Schmutz legte, so dass eine 
 Strigilis als das einzige mögliche Werkzeug der 
Fig' 251" Badege'äthschaften' Reinigung erscheint, obgleich es den Nachtheil 
hatte, dass man durch häufigen Gebrauch leicht 
Schwielen bekam. Die Gestalt dieser Instrumente ist aus der Zeichnung 
(Innen- und Seitenansicht) wohl klar genug, um eine längere Beschreibung 
unnöthig zu machen ; an einem Handgriff ist ein halbhohler Haken befestigt, 
dessen Schärfe über die Haut geführt wurde, so dass sich das abgeschabte Öl 
in der Höhlung sammelte. Das Vorhandensein einer Mehrzahl dieser Instru- 
mente überhob den Besitzer der Reinigung derselben während des Gebrauchs ; 
diese war Sache des den Herrn begleitenden Sclaven. Neben den Badekratzen 
hangt einerseits ein Salbbiichschen mit aufgeschraubtem Deckel, andererseits 
eine Patera, deren Innen- und Seitenansicht außerdem beigegeben ist, und 
welche der Badende gebraucht haben mag, um sich nach dem Schwitzbade im 
Caldarium mit dem lauen Wasser des Labrum zu begießen. 
Die folgende Abbildung enthält eine Sammlung von Gegenständen des 
weiblichen Schmuckes, zu der nur sehr wenige Bemerkungen zu machen sind, 
während diejenigen, welche sich für die Körperpüege und den Schmuck der 
antiken Damen näher interessiren, auf Böttigers nsabinaa und Beckers bGanuSK, 
3. Aufl. III, S. 114 ff. Verwiesen werden mögen.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.