Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1876267
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Capitel. 
Fünftes 
Krateren waren die Gefaße, in denen nach bekannter antiker Sitte der Wein 
mit Wasser gemischt, und aus denen er mit der Schöpfkelle geschöpft wurde. 
 Der hier abgebildete von 0,54 M. Höhe ist eben so 
 tadellos und zweckmäßig in seiner Gesammtform, 
_ wie zierlich in seinen Ornamenten, welche zum 
Theil ausgetrieben, zum Theil mit Silber eingelegt 
sind, nach einer Technik, in welcher die Alten den 
 äääg   hvöchstien Grad der Vollkommenheit erreicht haben. 
 f?! Um die Gestaltung der Stelle, welche den Fuß mit 
 dem Gefäße verbindet (a) recht zu verstehn, muss 
u  bemerkt werden, dass sie dadurch bedingt wird, dass 
 in der Regel Krater und Fuß oder Untersatz aus 
 zwei Stücken bestanden, dass der Krater einen 
 kleinen Fuß  sich hatte, und dass deshalb der 
 Untersatz in einen 1' eller oder eine Platte zur Auf- 
  nahme dieses Fußes enden musste. Danach wird 
Fig 248 Kratet  man das Schema des Untersatzes vollkommen billi- 
gen, wenngleich bei diesem Gerälthe Krater und Fuß 
ein Stück bilden, so dass die gewöhnliche Trennung nur künstlerisch und 
formell festgehalten ist. 
S0 mannichfaltig nun auch die Geräthe und Gefaße von Bronze waren, 
so konnten sie doch nicht jeglichem Gebrauche dienen, und andere Materialien 
mussten zur Herstellung anderer Geräthe verwendet werden. Diese Materialien 
waren Thon und Glas. Es ist allerdings richtig und geht schon aus dem bisher 
Gesagten hervor, dass die ausgebreitete und ausgebildete Bronzetechnik dem 
Thon und dem Glase manche Anwendung, die sie in anderen Zeiten und Orten 
hatten, entzog; aber entbehren konnte man weder das eine noch das andere. 
Zum Aufbewahren des Weines wurden z. B. ständig thönerne Amphoren ver- 
wendet und alle jene Geräthe und Geschirre, in denen man Säuren bewahren 
oder aus denen man Sauren genießen wollte, mussten von Thon oder Glas an- 
gefertigt werden. Die Thongeschirre stehn freilich, Vergleicht man sie mit 
dem, was in Pompeji in Bronze geleistet wurde, oder was Griechenland früher 
in Thon hervorgebracht hatte, auf 
 einer niedrigen Stufe oder der 
 Stufe des Verfalls. Das Material 
  selbst, mit rothem Firniss über- 
   zogenerThon, ist allerdings noch 
1  vorzüglich zu nennen, sehr fein 
 g; -  geschlemmt, fest, rein und in 
     "f? Folge dessen oft von erstaun- 
Fig. 249. Trinkgefäß und Schüssel von Thon. lithet Leichtigkeit bei lebhafter 
Farbe; aber weder in den Gefaß- 
formen noch in der Ornamentik ist Besonderes geleistet. Unter den Formen 
treten mehr oder weniger flache Schüsseln und Trinkgeschirre, wovon Fig. 249 
Proben giebt, am meisten hervor, die Ornamente aber bestehn in flach auf- 
liegenden Reliefarabesken, welche mit dem Gefäße zusammen in der Form
        

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