Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1876252
Erster Abschnitt. 
Mobilien, Geräthe und Gefäße. 
Eimer ; 
Krater. 
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hervorgeht, das Licht im Innern von einer Lampe ausging, deren fest auf- 
zusetzender, im Durchschnitt 2 gehoben gezeichneter Deckel das Verschütten 
des Öles verhinderte, dass ferner der bei 4 in der Oberansicht mitgetheilte 
Deckel von verschieden gestalteten Löchern durchbohrt ist, um der Luft Zutritt 
und dem Rauch Abzug zu gestatten, endlich, dass bei 5 der Dämpfer oder 
Lichtverlöscher dargesttellt ist. Auf dem Deckel ist eine Inschrift von aller- 
dings zweifelhafter Lesung (s. I. R. N. No. 6305. 13) eingeritzt, in welcher 
man jedoch den Namen des einstmaligen Eigenthümers wohl nicht ohne WVahr- 
scheinlichkeit zu erkennen glaubt. 
Außer den in Beispielen mitgetheilten einfachen oder mäßig verzierten 
Geräthen und Gefäßen ist noch eine beträchtliche Zahl wirklicher Prachtgefäße 
in den verschütteten Städten aufgefunden worden, von denen wenigstens zwei 
Proben mitgetheilt werden mögen, ein Eimer und ein Krater, zwei Gefäße, 
welche an eleganter und geschmackvoller Pracht bei aller Einfachheit und 
Zweckmäßigkeit so ziemlich zu den Vorzüglichsten unter Ihresgleichen gehören 
dürften. Schon die Gesammtform des folgenden, übrigens aus Herculaneum, 
nicht aus Pompeji stammenden Eimers ist gefällig und schön, noch mehr aber 
nehmen die an seinen Füßen und um seinen Rand angebrachten Ornamente 
unsere Bewunderung in Anspruch. Die Stützen werden von den beliebten 
Thierklauen gebildet, welche hier jedoch, wie auch in anderen Beispielen, in 
ein geflügeltes Fabelthier auslaufen, welches sich dem Bauche des Gefäßes 
anlegt. Den Rand bildet ein feiner Arabeskenstreifen, aus pllanzlichen Ele- 
menten mit eingefügten Thiergestalten 
bestehend, und über demselben ein  
reiches geflochtenes Band, jenes sinnige 
Ornament, welches die antike Kunst K  X 
überall anwendet, wo ein Umfassen und   
Umspannen ausgedrückt werden soll.  
Die beiden Henkel, welche hier wie bei  
früher betrachteten Eimern angebracht  
sind, um dem Schwanken des Gefaßes  
entgegenzuwirken, entspringen aus 
anmuthigen Rosetten, welche zwei Mas- , 
ken mit Diadem und Weinlaubbekrän-    
zung, vielleicht den geflügelten Diony- 5x "l,   
SOS darstellend, einfassen. Die Inschrift     
auf den Henkeln (I. R. _N. No. 6305. fjjlwh    
5), Oorneliaes Clzelidonis, bietet den Na-   . 
men der Eigenthümerin in einer un-    
regelmäßigen, aber auch in Pompeji    
noch sonst vorkommenden Genetivform.      
Übertroifen wird die Schönheit und ele- F  ü- 
gante Pracht dieses Eimers noch durch Fig- 247- Pfaßhßeimer- 
den in Fig. 248 abgebildeten Krater, 
welcher in Pompeji in einem Hause an der Straße der Abundantia, gegenüber 
dem Seiteneingang in das Gebäude der Eumachia gefunden worden ist. Die 
Ov erbeck, Pompeji. 4. Aufl. 29
        

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