Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1876218
Erster Abschnitt. 
Mobilien, Geräthe und Gefäße. 
Kochgeschirre. 
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eines trockenen Kiichenmaterials gedient hat, mit einem Klappdeckel versehn 
ist und sich durch den elegant als handlicher Delphin gestalteten Griff aus- 
zeichnet. Ein tehr einfacher Topf ohne Griff steht bei h, zwischen den Brat- 
pfannen bangt beii eine kleine viereckige Pfanne mit vier flachen Löchern, 
sowie weiterhin bei t eine größere mit 29 Löchern jedoch ohne Handhaben 
steht, welche beiden Instrumente wohl zum Eierbacken gedient haben werden. 
Neben der größern Pfanne ist ein zierliches Töpfchen l mit wohl verschließen- 
dem Deckel aufgestellt und rechts von demselben eine niedliche Kanne k, 
welche sich vor anderen ihres Gleichen, die unten folgen, durch einen Klapp- 
deckel und vor unseren Kannen durch den einfach zierlichen Griff auszeichnet. 
An das Töpfchen l lehnt sich auch ein flacher rundlicher Löffel m, den wir als 
Löffel zum Begießen der Braten betrachten mögen, während den Schluss zwei 
Esslöffel n und v machen, von denen der Stiel des letztern in einen Ziegenfuß 
endet. In der Mitte des Stabes oben hangt bei s noch eine "Pastetenform, 
welche, wie die meisten Gerathe der Art, muschelförmig gestaltet und auf 
dem Grunde mit einem Gesichte (Gorgoneion) verziert ist. Andere derartige 
Formen ahmen mancherlei kleinere Fleischgerichte nach, einen Hasen, ein 
Spanferkel, Huhn u. dgl. m. und haben vielleicht nicht immer für süße Kuchen 
und Pasteten, sondern für siilzeartige Speisen gedient. 
Die Figur 242 enthält eine kleine Sammlung von Gerathen des Küchen- 
gebrauchs, wie Siebe, Durchschläge oder Schaumlöffel, dazu bei 1 noch eine 
Schöpfkelle in per- 
spectivischer Seiten-    
ansieht; 2, 3, 4, 5  
sind eigentliche Siebe    
oder Durchschläge, es, f  
welche zum Umwen-  O 6„   
den und Abschäumen  4    
des kochenden Flei- O  i]! 
"Hd bel denen be"    J   
lichen Figuren zu be-    
merken sind, welche  i lüpy 
die Durchlöcherung Fig. 242. Siebe von Bronze. 
darstellt. Bei N0. 3 
hat sich der Fabrikant Victor (Victor) fecit) auf der Handhabe genannt. 
Das Geräth N0. 6 in Ansicht a und Durchschnitt I1 ist einem Gebrauch be- 
stimmt gewesen, fiir den wir keine eigentliche Analogie haben, dem Abklären 
des Weines nämlich, der vermöge der eigenthiimlichen antiken Behandlungs- 
und. Bewahrungsart leicht einen Bodensatz bekam. Um diesen abzuklären, 
bediente man sich des mitgetheilten Geräthes, welches aus einem von einer 
soliden Kelle umgebenen und lose in dieser an eigenem Stiele liegenden Siebe 
besteht. Schöpfte man nun mit dem ganzen Gerath den WVein im unklaren 
ZIIStii-Ildß und hob sodann das innere Sieb heraus, so blieb in der Kelle die 
geklärte Flüssigkeit zurück.
        

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