Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1876196
Erster Abschnitt. 
Mobilien, Geräthe. und Gefäße. 
Kochgeschirre. 
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Gefäß mit der zu erwärmenden Speise in das heiße Wasser stellen. Der vier- 
eckige Vorraum mag zum Abstellen der erhitzten Geschirre gedient haben. 
Eine nicht uninteressante Erscheinung unter diesen Geräthen zur Berei- 
tung warmer Speisen und Getränke bildet ein in Pompeji gefundenes Gefäß 
von Bronze zur Bereitung des unter dem Namen der Calda aus WVasser, Wein 
und Honig zusammengesetzten und sehr beliebten Warmen Getränkes. Die 
Einrichtung desselben wird aus der nachstehenden Abbildung, Welche Ansicht 
und Durchschnitt vereinigt, leicht klar werden. Das Ganze ist ein auf drei 
Fiißen ruhendes, einem russischen Samovar am meisten gleichendes Gefäß 
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Fig. 240. Gefäß von Bronze zur Bereitung der Calda. 
mit zwei Henkeln, durch dessen Bauch von oben nach unten ein mäßiges 
Rohr von Bronze führt, welches unten mit einem siebartigen Rost geschlossen, 
zur Aufnahme der glühenden Kohlen bestimmt war; den umgebenden, mit 
dem Getränke angefüllten Raum des Gefäßes verschließt ein abnehmbarer 
ringförmiger Deckel, der den Kohlenbehälter offen lässt, während der an 
einem Scharnier bewegliche spitze Deckel, den die Ansicht geschlossen, der 
Durchschnitt zurückgesehlagen zeigt, das ganze Gefäß bedeckt. An der Hin- 
terseite desselben ist eine vasenartig erweiterte Röhre angebracht, welche in 
den für die Flüssigkeit bestimmten Raum führt und durch welche das allmäh- 
lich abgezapfte Getränk nachgegossen werden konnte; zum Abzapfen dient 
ein Hahn an der Vorderseite, mit dem ein nach oben führendes Bohr in Ver- 
bindung steht, durch welches der Dampf entweichen und Luft eintreten 
konnte. 
Hier wird nun eine Auswahl von Küchengesohirren am nutürlichsten fol- 
gen, bei denen um so Weniger Erklärung nöthig ist, je mehr dieselben mit den 
bei uns gebräuchlichen übereinstimmen. 
In der untersten Reihe in Fig. 241 steht zunächst links a ein Kessel oder 
Topf auf dem niedrigen dreifüßigen Gestell, mit dem er über die auf der Heerd- 
Platte glühenden Kohlen gestellt wurde. Dieselbe Aufstellung ist bei allen 
Koch-, Brat- und Backgeschirren wiederholt zu denken, weshalb auch kein 
antiker Topf oder Tiegel Füße hat. Die Größe der Dreifußgestelle wechselt
        

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