Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1876175
Erster Abschnitt. 
Mobilien, Geräthe und Gefäße. 
Ofen, 
Kohlenbecken. 
441. 
wurden. Von den gewöhnlichen I-Ieerden braucht nach dem Gesagten nicht 
näher geredet zu werden, dagegen müssen hier jene kleinen tragbaren Öfen 
und Heerde oder Feuerbecken erwähnt werden, die freilich schwerlich zum 
eigentlichen Kochen oder Backen der Speisen dienen konnten, und deshalb 
auch schwerlich in der Küche ihren Platz fanden, sondern welche zum Warm- 
halten oder Wiedererwärmen der Speisen allein geeignet scheinen, und aller 
Wahrscheinlichkeit nach im 'I'riclinium oder in dem mehrfach, wie bei der 
Hiiuserbeschreibung bemerkt wurde, mit dem 'l'riclininm verbundenen An- 
richtezimmer standen. Es sind hier zwei Hauptfor- 
men zu unterscheiden. Die erstere, welche, mit    
Ofen bezeichnet, Fig. 237 vergegenwartigt, besteht  
aus einem auf drei Löwenfüßen stehenden Cylintler 
von Eisenblech n1it einem beweglichen Henkel zum 
'I'ragen an seinem obern Rande. In diesen Cylinder  
ist von oben her ein kupferner Kessel von fast 2A,  
der Höhe des Ofens hineingelassen (s. die punk- u o 
tirte Linie), so dass für die Kohlen darunter nur  
wenig Raum verblieb. Diese wurden durch die  
kleine Thür, deren Griff einen Gänsekopf bildet,  
hineingethan, und für den nöthigen Luftzug um sie  
brennend zu erhalten war dadurch gesorgt, daß man  f   
weiter oben ein paar mit Löwenköpfen verkleidete P1373757 Ofen- 
Löcher anbrachte, die Rauch abzuführen gewiss 
nicht bestimmt sein konnten. Man sieht recht deutlich, dass es sich bei (liesem 
Ofen um ein Instrument zum Erhitzen der Gegenstände handelt, die man in 
den Kessel that, und nicht um einen IIeizapparat für ein Zimmer. Das Gleiche 
gilt von den kleinen Kohlenbecken, welche Fig. 238 darstellt. Sie bestehn 
wie die Feuerbeeken aus einer  
Feuerplatte mit umgebendem    
Rande, der jedoch doppelt und   ß    
oben verschlossen, eine rund- Will QLQ.   m   
umlaufende "Rinne für WVasser ff" e?    
bildet. Wird nun das Innere I i  
des Feuerbeckens mit glüherk Fig. 239. Kohlenbecken von Bronze. 
den Kohlen gefüllt, so musste, 
wie leicht einzusehn, das umgebende Wasser schnell erwärmt werden, und 
die obere Fläche der erhitzten Röhre oder Rinne konnte zum Aufstellen heiß 
zu haltender Schüsseln dienen, während immerhin auch die aufsteigende Gluth 
des Feuerbeckens zu gleichem Zwecke verwendet worden sein mag. Zu 
gleicher Zeit konnte man das kochende Wasser benutzen, welches durch einen 
Hahn abgezapft wurde. In aller Einfachheit zeigt das niedlich verzierte Becken 
rechts in Fig. 238 diese Einrichtung, während dasjenige links noch um ein 
Geringes vervollkommnet erscheint. Es gleicht im Ganzen einem kleinen Be- 
festigungswerk mit einem Zinnenkranz, welcher als Ornament für derlei 
Heerde und Feuerbecken ganz besonders beliebt war, so dass ein ähnliches bei 
einem der in Fig. 235 abgebildeten Feuerbecken, sowie bei dem Heerdchen
        

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