Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1876114
Erster Abschnitt. 
Mobilien, Geräthe und Gefäße. 
Lampenfüße. 
Kleine Candelaber. 
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Lampen haben, und diese Stände sind die zweite Hauptclasse der Candelaber, 
welche 3-5 Fuß hoch von Bronze, in noch viel größeren Maßen, jedoch gewiss 
nicht zu häuslichem Gelnauche, sondern besonders wohl für Tempel oder für 
Paläste der Großen bestimmt, auch von Marmor gebildet, zugleich zu den 
schönsten Mohiliarstiicken des Alterthums gehören. Die folgende Auswahl 
von Lampenfüßen, kleineren und größeren Candelabern wird zur Vergegen- 
wärtigung dieser Geräthe genügen. Von den vier Lampenfiißen Fig. 232 sind 
 
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Lampenfüße von Bronze. 
zwei gewichtig und zwei leicht und elegant. Der Vorzug dieser antiken 
Lampenfüße, bei denen meistens 'l'hierfüße, einmal Delphine als Stützen der 
Platte benutzt sind, vor den meisten der sehr ähnlichen modernen Füße der 
Zampes ä modärateur besteht in der Klarheit, mit der die zum Tragen be- 
stimmten Theile diese ihre Function ausdrücken, während wir nur zu oft in 
dieser Beziehung ganz gedankenlos verfahren und künstlerisch betrachtet 
Unmögliches schaffen. 
Noch ungleich größer ist die Mannichfaltigkeit und zugleich die Anmuth 
der Formen bei den kleinen Oandelabern, von denen nachstehend fünf als 
Proben ausgewählt sind, welche, wenngleich sie eine sehr kleine Auswahl aus 
der Fülle des Vorhandenen bilden, doch im Stande sein werden, eine ungefähre 
Vorstellung von diesen Geräthen zu geben. Die kleinen oder Leuchtercande- 
laber, wie man sie nach der Analogie unserer auf den Tisch zu stellenden 
Leuchter und Armleuchter nennen könnte, sind wie diese zunächst nach der 
Lampenzahl zu unterscheiden, welche sie zu tragen bestimmt sind. Die Ab- 
bildung giebt in a einen einlampigen, in b und d zweilampige, in e einen 
vicrlampigen und in c einen fünflampigen Candelaber, so dass der letzte, mit 
fünf Bilychnen behängt, mit zehn Flammen leuchtete. F erncr kann man diese 
Leuchtercandelaber insgesammt nach der Form in zwei Hauptclassen eintheilen, 
in solche, die rein tektonische Formen verwenden, wie in Fig, 233 a und e, 
und solche, die in freierer Weise pflanzliche und ausnahmsweise thierische oder 
menschliche Formen benutzen, wie in b, c und d. Die ersteren stehn den 
großen Candelabern am nächsten, bei denen man als die Haupttheile Fuß, 
Schaft und Platte unterscheidet, die als Träger der Ornamentik erscheinen. 
Bei der andern Art findet sich freilich ebenfalls in vielen Fällen Fuß, Schaft 
und Platte, wie in b und e, in vielen anderen ist aber entweder der Fuß im 
eigentlichen Sinne aufgegeben wie in d oder die Platte ganz weggelassen wie 
in c, bei welchem als Baum gestalteten Candelaber die fünf Lampen an Ketten 
VOII (1811 Zweigen bangen. Bei der Anmuth aller dieser Exemplare verdient 
doch ohne Zweifel a als tektonisch, d als freier gestaltetes Geräth den Preis, 
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