Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1876056
Erster Abschnitt. 
Mobilien, Geräthe und Gefäße. 
Tische. 
Dreifüße. 
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Stände aufzunehmen, die man im Wasser kühlen wollte. Hier sind sie oftmals 
ganz einfach mit zwei durchgehenden Füßen und schlichtem dickem Blatt. In 
anderen Fällen dagegen, von denen die diesem Capitel vorgeheftete Ansicht 
zwei Beispiele bietet, und zwar ein ganz erhaltenes aus der domus Sirici und 
ein besonders prächtiges ohne Blatt aus der domus Corn. Ruß, sind die durch- 
gehenden Füße reich mit Sculptur verziert, und stellen über den stützenden 
Löwentatzen, die sich auch hier wiederholen, die Leiber und Köpfe mehr oder 
weniger fabelhafter geflügelter Thiere dar, während sie auf der Mittelfläche bald 
mit einem Füllhorn, wie in dem Beispiel aus der domus Sirici, bald mit ver- 
schiedenen Ornamenten, wie in dem andern, verziert sind. Ein merkwürdiges 
Beispiel steht in der domus Octavii primi (N0. 54 im Plane), ganz erhalten wie 
der Tisch in der domus Sirici, aber an den Breitseiten unten zwischen den 
geilügelten Löwenklauen anstatt mit den gewöhnlichen Ornamenten mit in- 
teressanten kleinen Reliefen verziert, darstellend zwei Mal einen Hund neben 
einem Baum und einen solchen, der einen Eber gepackt hat. Auch die, an 
den Innenseiten besser erhaltenen, Farbenspuren sind bemerkenswerth; an 
den Flügeln der Löwenfüße sind reichliche Reste von rother und gelber, an 
den großen Eicheln des einen Baumes von grüner Farbe. 
Putztische hatten die Alten ebenfalls, edoch sind uns deren keine erhalten. 
Eine eigene leichte Art von Tischchen stellen die bronzenen Dreifüße (ge- 
legentlich Vierfüße) dar, welche freilich ursprünglich den Küchengeräthen 
angehören und zur Aufnahme von Kesseln bestimmt waren, die aber, wie in 
den folgenden Beispielen, zum Theil von solcher Zierlichkeit und Eleganz 
sind, dass sie für diesen ursprünglichen Zweck wenig geeignet erscheinen, 
vielmehr sich nur als leichte Tische mit losem Blatt darstellen, die man im 
WVohnzimmer, im Tablinum oder Atrium stehn hatte, um dies und das aus der 
Hand zu legen, oder um Blumenvasen oder einzelne Prachtgefaße darauf zu 
stellen. Durch kein Beispiel wird das klarer bewiesen, als durch den Vierfuß 
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a Fig.230. Dreifüße undvierfuß von Bronze. c 
r: in Fig. 230, den man von den Drcifüßen durchaus nicht trennen kann; denn 
hier ist die Tischplatte von rosso antico mit um den Rand umlaufender bron-
        

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