Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1875951
Dritter Abschnitt. 
Die Gräber und Grabdenkmäler. 
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muthet werden, dass dies Grab zeitlich dem der Naevoleia Tyche und des  
Munatius Faustus Vorausliegt. Neben diesem Grabe steht ein im Plane mit 
18 bezeichneter Hermencippus von Marmor, an welchem man die wunder- 
liche Form dieser Pompejii eigenthiimlichen Monumente aus der umstehenden 
Abbildung recht genau kennen lernen kann. Die Hinterseite (rechts) zeigt 
deutlich, dass mit dem obern runden Theil ein menschlicher Hals und Kopf 
gemeint ist, der hier wie in anderen Beispielen wie Haare mit auf den Schul- 
tern herabfallenden Flechten gearbeitet ist, während das Gesicht (s. die 
Vorderseite links) entweder wie in diesem Falle ganz fehlt oder durch die 
Inschrift ersetzt wird, die sich hier auf dem untern Theile findet, deren 
Erläuterung sich aber nicht füglich in der 
Kürze geben lässt 190). Nach dem Grabe   
N0. 19 wird die Folge der Gräber unter-  Mm)  
brechen, indem die s. g. Villa des Cicero, i") Wal  
und die zu ihr gehörigen, früher (S. 38)  lt)   H 
erwähnten Läden unmittelbar an die Straße         U) 
herantreten; der Eingang der Villa ist auf  i,    WHÄ) 
denl Plane mit V' 0', ein neben ihm He"     
gendes Wasserbehältniss mit P bezeichnet.    " v) l"   
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essen auer wie IGJBDIgG es ra mas a   h 5.     
und desjenigen der Mamia Fig. 200 von einer   llll  
Reihe kleiner neben einander stehender Fig 2-23 Ein Hermencippus, 
Bogenöffnungen durchbrochen ist, hat man 
ohne genügenden Grund für den oskischen Begräbnissplatz oder für ein Ustri- 
num gehalten; in Wahrheit gehörte er wohl zur Villa. Die jenseits der letz- 
teren folgenden Gräber sind schon oben besprochen worden. 
Fünf Formen von Grabmonumenten sind es (abgesehn von den oskischen 
Gräbern), die wir auf unsrer Wanderung durch die Gräberstraße kennen 
gelernt haben. 1. Ummauerungen, in denen man die Asche mehrer Todten 
begrub und die Plätze der einzelnen durch Hermencippen bezeichnete. 
2. Grabnischen über dem gleichfalls unterirdischen Grabe; in einer derselben 
fanden wir einen Cippus, das Bild des Todten und einen Altar. 3. Große, 
mit TuEquadern bekleidete Monumente in Altarform (das besterhaltene 
27), wahrscheinlich mit einer Grabkammer im Innern, welche nach der Bei- 
setzung geschlossen wurde. Dieser Classe schließt sich auch das Grab der 
Libella an, nur in eleganterer Form und feinerem Material. 4. Monumente 
in Tempelform, in einem Falle mit Tuffquadern bekleidet (Guirlandengrab), 
sonst aus Incertum mit Stuckverkleidung; auch hier ist die Grabkammer mit 
Ausnahme eines Falles (Mamia) vermauert; ob das Grab mit der Marmorthiir 
dieser oder der folgenden Classe angehören sollte, können wir nicht entschei- 
den. .5. Gräber wie das der Naevoleia Tyche: ein großer, die mit Ausnahme 
eines Falles (Quietus) zugängliche Grabkammer enthaltender Unterbau, trägt 
das viel kleinere als Altar oder als einfacher Würfel (Scaurus) gestaltete , mit 
der Inschrift versehene Monument.  Von diesen fünf Classen gehört die 
fünfte der letzten Zeit Pompejis, seit Claudius, an. Die dritte und vierte
        

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