Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1875914
Vierter Abschnitt. 
Die Gräber und Grabdenkmäler. 
417 
,  
1026), aus der wir den erwähnten Namen und Stand des Calventius Quietus, 
sowie ferner erfahren, dass ihm die Decurionen unter Zustimmung des Volkes 
Wegen seiner Muniiicenz das Bisellium zuerkannt haben. Dies ist denn unterhalb 
der Inschrift in Relief gebildet, fast ganz so wie das Bisellium des Munatius 
Faustus am Grabe der Naevoleia und wie dieses mit dem Schemel vor der Mitte 
des Doppelsitzes. An den beiden Nebenseiten des Altars sind Eichenkränze mit 
Bändern, das sind bürgerliche Kronen (corrmae civicae), gebildet, welche für 
verschiedene Verdienste, namentlich aber für Lebensrettung von Bürgern 
ertheilt wurden, weshalb vielfach bei ähnlichen Reliefen im Kranze steht O. 
O. S.  ob civem servatum oder ob cives servatos. Welcher Art Calventius 
Verdienste waren, und worin seine Muniiicenz sich offenbarte, wissen Wir 
nicht, obgleich es nahe liegt, in Bezug auf letztere an den Neubau der 
Stadt nach dem Erdbeben zu denken, bei dem der Bürgersinn mancher reichen 
Pompejaner sich, wie wir gesehn haben, so glänzend kundgab, und bei dem 
eben hierfür diesen Bürgern mehr als eine Ehrenauszeichnung zu Theil wurde. 
Der hintere Giebel der Urnfassungsrnauer enthält, jetzt am besten von dem 
Nachbargrabe aus sichtbar, eine von in Stuck gearbeiteten schwebenden 
Flügelfiguren, wohl Victorien, getragene und unten von Löwenklauen gestützte 
Gedenktafel, auf der edoch die Inschrift fehlt. Die kleinen Thürmchen oder 
Pfeiler der Umfassungsmauer waren mit Stuccoreliefen geziert, welche jetzt 
fast gänzlich abgefallen und nur noch in ihren eingerissenen Umrisslinien 
halbwegs erkennbar sind. 
Die Gegenstände der interessantesten dieser Reliefe, welche nach früheren, 
freilich ungenügenden Abbildungen in den Figg. 217 und 218 rnitgetheilt 
werden, sind: Oedipus vor der Sphinx in dem Augenblick, wo er, dem Sinne 
des berühmten Räthsels nachdenkend, den Finger an die Stirn legt, während 
am Fuße des Felsens, auf dem die Sphinx hockt, die Leichen der von ihr ge- 
tödteten thebanischen Jünglinge liegen. Sodann wahrscheinlich Theseus im 
Labyrinth nach Besiegung des Minotauros (s. Fig. 217)  
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Das dritte Relief Fig. 218 ist, in so fern es richtig verstanden und erklärt 
worden, von besonderer Bedeutung, indem es uns eine Sitte der Todtenbe- 
Overheck, Pompeji. 4. Anü. 27
        

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