Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1875895
Dritter Abschnitt. 
Die Gräber und Grabdenkmäler. 
415 
Das in der Inschrift erwähnte Bisellium des L. Munatius Faustus ist 
zum Andenken seiner Ehrenauszeichnung , über deren Bedeutung bei der 
Besprechung der Theater das Nöthige gesagt ist, auf der einen Seite des Altars 
in Relief dargestellt, Während die andere Seite ein Schiff darstellt, an dem die 
Segel gereift werden. Über das Bisellium wäre höchstens das Eine zu bemer- 
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Fig. 214. Relief vom Grabe der Naevoleia Tyche. 
ken, dass der in der Mitte vor demselben stehende Schemel die Bedeutung 
dieser D oppelsitze für eine Person recht augenscheinlich macht. Das Schiff 
dagegen ist verschieden gedeutet worden. Nicht wenige Schriftsteller über 
Pompeji sehn in demselben eine allegorische Hinweisung auf den Tod als das 
Einlaufen in den Hafen nach den Stürmen des Lebens, indem sie sich auf eine 
Stelle Ciceros (de scnect. 19, 71) berufen, in welcher der Blick auf das Grab 
mit dem Blicke des Reisenden verglichen wird, der nach langer Fahrt sich 
dem Gestade und Hafen nähert. Vermuthlich aber ist nach Analogie anderer 
Grabsteine in diesem Schiffe nichts zu erkennen als ein Denkmal des Ge- 
schäftes, welches einer der_ hier Begrabenen trieb. Entweder Faustus oder 
Tyche (letzteres ist vielleicht wahrscheinlicher) trieb Handel und hatte ein 
eigenes Schiff zur See. Zugleich aber werden wir in der am Steuer sitzenden 
Weiblichen Figur die Fortuna (griechisch Tyche), und somit eine Hindeutung 
auf den Namen der Erbauerin des Grabes zu erkennen haben. 
Das Relief endlich unter der Inschrift und dem ansehnlichen Porträt der 
Naevoleia zeigt uns das Todtenopfer, zu welchem die Sclaven und Sclavinnen 
oder die Freigelassenen der Naevoleia Opferspenden herzutragen. Dies Grab 
ist neben dem gleich zu erwähnenden des Calventius Quietus das am reichsten 
ornamentirte, und muthmaßlich sind diese beiden auch die jüngsten der ganzen 
Reihe. 
Hart neben diesem Grabe der Naevoleia und der lhrigen liegt das Grab 
eines Freigelassenen, des Paganen N. Istacidius Helenus, und seiner Familie 
(Fig. 215). Dies sehr einfache Monument, neben dem Tricliniuni das älteste 
dieser Reihe, besteht wie der Grundriss 13 auf dem Plane verglichen mit der 
nachstehenden Ansicht lehrt, aus einer Ummauerung, innerhalb deren mehre 
Hermencippen mit den Inschriften (I. R. N. 2344. 2345; O. I. L. X, 1028. 
1029) aufgerichtet sind. Einer derselben ist in seinem obern runden Theil
        

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