Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1875871
Dritter Abschnitt. 
Die Gräber und Grabdexxknläler. 
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dem Cn.Vibrius Saturninus aus der falernischen Tribus von seinem Freigelas- 
senen Callistus, wie die in den Giebel eingemauerte Inschrift I. R. N 2349; 
C. I. L. 1033 (Copie der alten) aussagt. Die vorstehende Innenansicht zeigt 
dies jetzt viel mehr zerstörte Monument so, wie man es bei der Ausgrabung 
fand, eigentlich restaurirt ist aber außer der Decoration nichts als die kleine 
runde, jetzt theilwveise zerstörte Basis eines Opferaltars. Die Wände waren 
einfach aber graciös bemalt, doch ist von der Malerei jetzt so gut wie nichts 
mehr vorhanden; die Bänke fur die Theilnehmer am Mahle sowohl als der 
Tisch in ihrer Mitte bestehn, wie in manchem Triclinium in Privathäusern 
oder deren Gärten (z. B. im Hause des Sallust, s. S. 305), aus stuccoüber- 
zogenem Mauerwerk, ebenso das kleine runde Piedestal, in welchem ein 
Opferaltar für die Libationen während des Mahles schwer zu verkennen ist. 
Hinter der Mauer des Tricliniums zieht sich die gemeinsame aus Tuifsteinen 
in opus incertum erbaute und bis an das Peristyl der Villa des Cicero fort- 
gefiihrte Einfassung der Gräberstraße hin. Dies einfache Monument ist nebst 
einem noch zu erwähnenden (13) das älteste dieser ganzen Reihe. 
An dies Triclinium, in welchem, wie bereits in der Einleitung angegeben, 
mehre Gerippe gefunden worden sein sollen, die wohl in das Gebiet der Fabel 
gehören, grenzt eines der bedeutendsten Grabmäler Pompejis, das der Naevo- 
leia Tyche. Das Motiv desselben weicht von denen der bisher betrachteten 
Gräber gänzlich ab, wird uns aber auf dieser Seite der Straße noch öfter be- 
gegnen. Aus seinem Grundriss, 12 auf dem Plane, sowie aus der Ansicht Fig.211 
links erkennt man, dass dasselbe aus einer Umfassungsmauer (vorn aus Tuffqua- 
dem, im übrigen opus mcertum) mit einer Thiir nach der Straße besteht, inner- 
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Fig. 
Ansicht 
211. 
Grab der Naevoleia Tyehe. 
und Durchschnitt. 
halb welcher Urnfassungsmauer sich eine Grabkammer (aus Tuffquadern) erhebt, 
die oben durch ein Monument in Altarform geschlossen wird. An der Vorder- 
seite des Altars ist unter dem Reliefporträt der Gründerin und iiber einem ein 
Todtenopfer darstellenden Belief in eleganter und reicher Arabeskenumrah- 
mung die Inschrift (I. B. N. 2346; O. I. L. X, 1030) angebracht, Welche in 
erster Linie unsere Aufmerksamkeit erheischt. Sie lehrt uns Folgendes: Nae- 
voleia Tyche, die Freigelassene eines Lucius Naevoleius, hat dies Grabmal 
sich und dem Augustalen und Paganen (s. S. 13) L. Munatius Faustus, SOWiB
        

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