Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1875668
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Viertes Capitel. 
Bestimmung der vier unter sich verbundenen Räume am Ende des Peristyls 
lässt sich nicht absprechen, sicher ist nur, dass in 25 ein Durchgangsraum 
theils zum Posticum, theils zu den anderen Räumen zu erkennen ist, und 
wahrscheinlich, dass in 24 der Abtritt war. Die beiden Räume 22 und 23 
scheinen ohne Zweifel zur YVerkstatt gedient zu haben. In 23, welches von 
22 nur durch eine Brüstungsmauer getrennt ist, und dessen Fußboden um einen 
Fuß erhöht ist, mag die Presse aufgestellt gewesen sein; 22 diente dann wohl 
nur, um zu derselben zu gelangen; zu anderem Gebrauch ist es zu klein. An 
der Hinterwand des Peristyls befinden sich vier große gemauerte Wasser- 
behälter 26, deren erster und letzter höher liegen als die mittleren, welche 
von gleichem Niveau sind ; alle Vier sind unter einander verbunden, so dass die 
Flüssigkeit aus dem einen in den andern ablief. Sowie an Erhebung über den 
Boden unterscheiden sie sich auch an Tiefe: der erste ist 1,15 M., der letzte 
nur 0,50 M. tief. Das hohle Mauerwerk dieser Behälter bildet vor den beiden 
mittleren einen ziemlich breiten, nach innen geneigten Auftritt, welchen man an 
der Seite des höchst gelegenen Behälters links auf einer Treppe besteigt. Da- 
gegen ist der erste von höheren aber viel dünneren Mauern eingeschlossen, so 
dass zwischen denselben und der Regenrinne Platz bleibt für ein länglich run- 
des Wasserbecken, während die Mauern der beiden mittleren ganz an die 
Rinne hinanreichen. In den ersten Behälter mündet von links vorn eine Wasser- 
leitungsröhre, deren Hahn in der Grube 28 gelegen haben muss. Aus dem 
ersten konnte dann das Wasser in die folgenden Behälter abgelassen werden. 
Am rechten Ende des erwähnten Auftrittes ist in 27 eine Reihe von sechs jener 
kleinen Zellen angebracht, welche das eine der oben betrachteten Gemälde 
(Fig. 195) zeigt, und deren Zweck, die Aufnahme der Waschbütten, hierdurch 
bestimmt nachgewiesen werden kann. Dass die großen Behälter einen andern 
Zweck hatten, ist wohl klar; am wahrscheinlichsten wurden sie theils zur 
Färberei gebraucht, theils wurden hier die Stoffe nach dem in Fig. 195 darge? 
stellten Verfahren in WVasser gelegt, um sie von den zum Theil sehr übel- 
riechenden Stoffen zu reinigen, mit welchen sie dort in Berührung gebracht 
wurden. Links ist zwischen der Treppe und einer niedrigen Mauer eine mit 
Ziegelstuck bekleidete Rinne angebracht, welche sich gegen die Regenrinne 
des Peristyls senkt und gewiss zu irgend welchen YVaschungen diente. Am 
Ende des linken Peristylganges finden wir endlich bei 29 noch einen einzelnen 
und zwar in der Höhe des Bodens liegenden Behälter ungewisser Bestimmung, 
am wahrscheinlichsten einen Brunnen. 
Ein sehr bezeichnender Raum ist das gewölbte Zimmer 30 rechts am 
PÜTiStYIä Wenigstens waren bei der Ausgrabung die jetzt nur noch in Spuren 
erkennbaren Gegenstände, welche seinen Charakter bestimmen, noch sehr wohl 
erhaltenuo), nämlich außer einer Cisternenöffnung an der linken YVand eine 
große gemauerte XVanne und an der rechten ein Steintisch zum Ausschlagen 
der Wäsche mit dem noch heute in Italien und auch sonst gebräuchlichen 
Schlagholz. Es ist dies also ein Waschzimmer; man fand in demselben eine 
beträchtliche Menge einer Masse. in welcher man Seife zu erkennen glaubte 
(vgl. S. 395,1. Ein kleines Schlafzimmer 31 mit seinem Procoeton 32 bildet 
den Schluss der Räume um das Peristyl. Neben diesen Zimmern fuhrt eine
        

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