Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1875656
Zweiter Abschnitt. 
Läden, 
gewerbliche und geschäftliche Wohnungen. 
393 
Andere Gemälde an den WVänden und Pfeilern dieses Raumes sind bei 
Helbig (N0. 190. 390) verzeichnet; sie haben mit der Fullonica als solcher nichts 
zu thnn und können daher, als an und für sich nicht bedeutend, übergangen 
werden. 
Auch über die um das Perist l e-  
legenen Zimmer nur wenige Wfoäe.  
Das erste am Eingange links 11 scheint  n   j  
ein zweites Zimmer zum Annehmen der i,    
Bestellungen zu sein, da es sich mit a1 Pregumaalsßän    
einem kleinen Fenster, gleichsam einem i i  ,   M1 l 
Schalter, gegen den HausHur öffnet.  i,     
Von der einfachen Decoration sind be-  1,1 Q ,   1, 
sonders zwei jetzt fast verloschene Bilder        1 
zu nennen, welche leichte Wagen, den   m  
einen von zwei Hirschen (Artemis,    g tiuffwg;;;i,   
Hlbg. N0. 246), den andern von zwei     P  i 
Pfauen (Hera, Hlbg. N0. 169 b) gez0-  cf    
gen darstellen. Der Fußboden besteht :     
aus dem in Dompeji so gewöhnlichen iiiiga eggflW 
weißen Mosaik mit schwarzer Borde. 
Dies Zimmer öffnet sich zugleich in das anstoßende Gemach 12, eine Exedra, 
welche wiederum mit einem Cubicnlum 13 in Verbindung steht. Der jetzt fast 
bis zur Unkenntlichkeit zerstörte Gemäldeschmuek der Exedra ist ziemlich 
reich, aber ohne sonderlichen Kunstwerth, die beiden nennenswerthesten 
Hauptbilder auf den Wänden rechts undlinks zeigen Aphrodite und Adonis 
(Hlbg. N0. 338) und Theseus als Sieger über den Minotauros (Hlbg. N0. 1213). 
Ein drittes (Hlbg. N0. 223) ist nicht sicher erklärt. An der linken Seite des 
Peristyls liegt zuerst ein oecusartiges großes, hohes und sehr luftiges Gemach 
14, dessen eine schadhafte Wand durch einen modernen Strebepfeiler gestützt 
Wird, wiederum mit weiß und schwarzem Mosaikfußboden; von der Malerei 
der Wände ist nichts erhalten. Die Vermuthung liegt sehr nahe, dass hier ein 
Haupttheil der Werkstatt, das Trockenzimmer, nicht ein Salon zu erkennen 
sei. Sodann folgen zwei kleine Zimmer 15 und 17, je mit einem Vorzimmer 
16 und 18, das erstere mit seinem Vorzimmer drei Stufen über den Peristyl- 
gallg erhöht; von diesen ist 15 offenbar eine V orrathskammer, sei es für die 
zubereiteten Stoffe, sei es für andere Dinge; dagegen ist 17 ein mit einem 
Procoeton versehenes Schlafzimmer. Den Hauptraum 19 der folgenden 
Gruppe von Räumlichkeiten nimmt eine Privatbäckerei ein, in der ein großer 
Backofen d steht, an den die gemauerten Fiiße des Backtisches e sich anlehnen 
und vor dem sich ein gemauerter offener Heerd f befindet, der uns zeigt, dass 
Ilgan den Raum zugleich als Küche benutzte ; in der Eingangswand sieht man 
dlc Löcher zur Befestigung zweier Bretter, wie sie in den Panificien der Backe- 
lgiäindßlch zu finden pflegen. Eine kleine Handmiihle steht in der Porticus. 
lerie ääldßa-Ck- und Kuchenznnmer 1st e1n Gang 20, mit der Treppe zur Gal- 
S j neben der Bäckerei ein ganz schmuckloses Zimmer 21, das wohl als 
Pelsekammer oder Vorrathszimmer zu gelten hat. Über die Bedeutung und
        

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