Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1875641
392 
Viertes Capitel. 
Frau, Welche einer jungen Arbeiterin ein Stück Zeug eingehändigt zu haben 
und ihr Unterweisung zu geben scheint, um dasselbe zu nähen oder zu flicken. 
  Im Hintergrunde ist ein hoch- 
  geschützter und nur mit der 
U Tunica bekleideter Arbeiter 
„  beschäftigt, einen Mantel mit 
f;   purpurnem Saum auszubür- 
M    sten oder mit einer Striegel 
k "X   aufzukratzen, während ein 
  f  1,4" zweiter, ebenso bekleideter, 
   1x f i ' j ü: aber mit Olivenlaub bekränz- 
     ' x ter die Räucherpfanne und 
   f, K im!  9' i; das Gestelle herbeiträvt. über 
 i  "y x  welches die Steile nabh dem 
 112,)         Aufkratzen zum Schwefßln 
l l hu K  gelegt Wurden: ein Verfahren, 
 " ß. welches hauptsächlich zum 
Fig. 194. Gemälde aus der Fulloniea. Bhächen der Sehr beliebten 
Welßen Stoffe dlente. Miner- 
Vens, der Schutzgöttin der Tuchwalker, heilige Eule sitzt auf demselben. 
Ein zweites Bild (Fig. 195) zeigt uns vier in vieler Beziehung seltsam genug 
i? aussehende Arbeiter, beschäf- 
 tigt die Stoffe in runden Biitten 
 oder Kummen zu waschen. Der 
9b    mittelste, doppelt so groß als 
 i" v, "TEX FR 1'! seine Genossen gebildete Ar- 
       heiter tritt das Zeug mit den 
i n   x   Füßen aus und stützt sich dabei 
.5,    , k: , mit den Händen auf eine nie- 
z] 1  drrge Mauer, welche, mischen- 
         artig behandelt, diesen Raum 
i ülde aus der Fullonica.  von andefen abzugrenzen 
scheint. Drei fernere, klein dar- 
gestellte Arbeiter, ein kahlköpfiger Alter und zwei junge, stehn in ähnlichen 
Bütten, aus Welchen sie das mit den Fiißen gewalkte Zeug mit den Händen her- 
vorziehn. Es ist dies die erste der in der Fullonica mit den Stoffen vorgenom- 
menen Manipulationen, das eigentliche Walken oder Waschen unter Bei- 
mischung von Chemikalien; es diente theils zur Reinigung, theils bei neuen 
Stoffen zur Veriilzung der Wollfäden. Auf der andern Seite des Pfeilers sah 
man ein drittes Bild, in welchem eine Vorsteherin mehren Arbeitern Befehle 
ertheilte, während im Hintergrunde auf einer wie im ersten Bilde unter dem 
Boden hangenden Stange Tuch zum Trocknen aufgehängt ist. Ein viertes Bild 
endlich (s. Fig. 196) stellt die Zeugpresse dar, unter welche die Tuche zuletzt, 
wenn sie fertig Waren, gebracht wurden, und welche um so weniger einer 
Erklärung bedarf, e genauer sie mit den bei uns gebräuchlichen fast in jeder 
Beziehung übereinstimmt.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.