Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1875477
Die Privatgebäude. 
Die Wohnhäuser. 
Villa suburbana. 
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kann die größeren als Sommertriclinien, die kleineren als Cubicula bezeichnen; 
jedenfalls dienten sie als angenehmer und kühler Aufenthalt in der heißen 
Jahreszeit. Aus k stammen die bei Helbig unter N0. 533. 534 (schwebende 
Gruppen), S75 (Melpomene), 263 (Pallas und Urania) und 1463 (Alter und 
Mädchen) verzeichneten Gemälde. Zwei Cabinette Zm am Ende des Ganges 
8-72 und in der Flucht der Portiken e- f und g-lt sind merkwürdig Wegen 
der hier erhaltenen Rachen Decken; die von Z ist glatt mit grünen und rcthen 
Sternen auf weißem Grunde, die von m war mit wenig erhaltenen Stuck- 
cassetten verziert. Zwischen a und 2' befindet sich ein kleiner Brunnen, d. h. 
eine durch eine Brüstung von dem Gange d getrennte Nische, aus deren Rück- 
wand ein Wasserleitungsrohr hervorkommt. Zwei andere Cabinette zu beiden 
Seiten der Porticus f  g, mit n und o bezeichnet, sind dagegen sehr einfach 
verziert, und eines derselben scheint ein Lararium gewesen zu sein. Neben 
dem Triclinium k führt ein Gang p zu einer Treppe q, die in den Keller führt, 
in welchen man auch von den oben besprochenen WVirthschaftsräumen aus 
durch den Gang 32, welcher wieder mit dem Gange a durch eine Thür ver- 
bunden ist, gelangen kann. Der Keller ist gewölbt und durch kleine Ober- 
lichtfenster aus dem Hofe erleuchtet und erstreckt sich unter der ganzen 
Ausdehnung der drei Arme  f-g, g-Jz der Porticus, deren Boden des- 
halb, wie schon erwähnt, um vier Stufen über das Niveau des Gartens und 
der vierten Seite h-e erhoben ist, um den Kellern die nöthige Höhe und das 
nöthige Licht zu verschaffen. Zahlreiche Amphoren, die man hier an die 
Wände angelehnt fand, zeigen, dass dieser Keller als YVeinkeller diente. In 
ihm fand man die früher (S. 22) erwähnten achtzehn Gerippe der hierher 
geflüchteten Familie des Eigners. 
In der Mitte des Gartens, dessen Bäume man, wie der Ausgrabungs- 
bericht vom 17. August 1771 angiebt, verkohlt, jedoch so auffand, dass man 
die Anordnung ihrer Pflanzung erkennen konnte, befindet sich eine geräu- 
mige Piscina r, mit einem Springbrunnen in der Mitte, deren Bassin ähnlich 
wie dasjenige in der Oasa di Meleagro in Nischenform behandelt erscheint. 
Hinter der Piscina liegt zwei Stufen über den Boden erhoben eine Säulenhalle 
s von sechs Säulen, deren Bestimmung nur die eines Gartenhauses, eines 
Sommertricliniums oder eines Oecus gewesen sein kann. In ihrer Axe führt 
in t die Hinterthür aus der Porticus in die Felder: in ihrer Nähe fand man 
die Skelette vielleicht des Herrn und eines Sclaven. Das erstere hatte einen 
Goldring am Finger, einen großen Schlüssel in der Hand und neben ihm 
lagen 10 goldene und 88 silberne Münzen. Hinter der Porticus links führt 
ein Gang u zu einer breiten Treppe v, über die man in den Garten im Niveau 
der Straße gelangte. Auf der andern Seite, neben der Porticus g lt, finden wir 
noch einen schmalen Gang, der grades Weges in der Wirthschaftsabtheilung 
des Hauses ausgeht. 
Die in diesem Hause aufgefundenen Gegenstände, deren einige schon 
erwähnt wurden, sind unzählbar; Geld, Schmuck, Geräth aller Art, darunter 
als 1118 werthvollsten Stücke ein leider in viele Fragmente zerbrochenes Glas- 
Sefäß mit Reliefen und ein ebenso zerstörter silberner Becher, mehre Mobi- 
llelltheile und sonstiger Hausrath, unter dem ein Bronzecandelaber, auf den
        

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