Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1875464
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Viertes Capitel. 
Niveau der Gräberstraße ; über denselben befand sich ein fast ganz zerstörtes 
Stockwerk, von dem natürlich Näheres nicht angegeben werden kann. Die 
Decorationen der besprochenen Gemächer, deren sich eine Reihe bei Roux, 
Hercul. et Pomp. Bd. I, Taf. 63-90 findet, sind elegant, ohne dass jedoch 
irgendwo außer an den bereits bezeichneten Stellen namhafte Gemälde oder 
auszuzeichnende Mosaiken hervortreten. 
Seitwärts vom Hauptgebäude und vermöge der schon mehrfach erwähnten 
Steigung der Gräberstraße gegen die Stadt etwas tiefer liegt eine im Plane 
dunkel schraffirte Gruppe von Räumlichkeiten -mit eigenem Eingänge 31 
von der Straße, in welchen man die Wirthschafts- und Haushaltun gsabtheilung 
erkennt, was durch die Auffindung reichlicher Acker- und Küehengeräth-  
schaften in derselben bestätigt wird. Sie ist vom YVohnhaus durch einen 
schmalen, fast ganz durchgeführten Gang 32 abgeschieden, wahrscheinlich um 
einer Vitruwschen Vorschrift gemäß die Feuersgefahr, welche Bäckerei und 
Küche mit sich bringen, zu verringern. Diese ganze Abtheilung wurde schon 
bei der Ausgrabung so arg zerstört vorgefunden, dass es unmöglich ist, die 
Bestimmung der einzelnen Gemächer nachzuweisen. Nur so viel ist aus den 
stehengebliebenen Mauern auch heute noch zu erkennen, dass ein atriumartiger 
Hof 33 die Mitte einnimmt, an den sich die Küche, die Bäckerei, die Wasch- 
zimmer anlehnen und der an der einen Seite durch eine funfsäulige Porticus 34 
begrenzt wird. Die Auffindung von Flaschen, Gläsern, Kiichengeschirren, einer 
Amphora mit Getreide, einigen Spaten, einer Harke u. dgl. mehr bezeugt im 
Allgemeinen die Bestimmung dieser Abtheilung, in der auch noch das Skelett 
eines Mannes neben dem einer Ziege gefunden wurde, die eine Glocke am 
Halse trug. 
Was endlich das untere Geschoss im Niveau des Hofes und Gartens an- 
langt, das auf dem Plane heller schraffirt ist, so ist schon auf die beiden 
Zugänge zu demselben aus dem Hause, nämlich den geneigten Gang a a a und 
die Treppe b hingewiesen worden, welche letztere für die Herrschaft bestimmt 
gewesen zu sein scheint, wie ihre Lage im Innern des Hauses anzeigt. An 
dem geneigten und durch kleine Fenster erleuchteten Gange liegt eine Folge 
ebenfalls durch kleine Fenster von dem Gange her freilich nothdiirftig erleuch- 
teter Kammern c, welche nur als Vorrathsräume gedient haben können. Die 
Hauptgemächer des untern Geschosses liegen an der Hinterfront des Hauses 
unter dem Oecus und den Terrassen, Welche diesen Hankiren. Ein breiter 
Gang ddd bildet zu ihnen insgesammt den Zutritt. Dieser Gang ist vom 
Hofraum nur durch eine Reihe von Pfeilern getrennt, welche durch horizon- 
tale Wölbungen verbunden sind, und in gleicher Weise ist derselbe als eine 
Pfeilerporticus um die übrigen drei Seiten e-f, f-g, g-h des 33 Meter ins 
Geviert großen Gartens, vier Stufen über dessen Niveau, herumgeführt; er 
war augenscheinlich mit einem obern Umgange versehn. Diese Porticus ist auf 
der einen Seite, links vom Beschauer der S. 371 vorgehefteten Ansicht, bis auf 
die Fundamente zerstört, rechts dagegen im untern Geschoss völlig, im obern 
so weit erhalten, dass das Vorhandensein desselben sicher festgestellt werden 
kann. Die Bestimmung der elegant aber doch ziemlich einfach decorirten 
Zimmer i unter den Terrassen und den1 Oecus ist nicht mehr nachzuweisen; man
        

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