Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1875384
368 
Viertes Capitel. 
durch einen Zugang aus den rechten Fauces verbunden und nach hinten durch 
drei kleinere, mit einander zusammenhangende Zimmer 10 begrenzt, von denen 
das erste von rechts eine zugleich als Durchgang zur Terrasse dienende kleine 
Exedra, die anderen Triclinien mit Fenstern sind. Daneben liegt das ge.. 
raumige Triclinium oder der Oecus 11, neben welchem ursprünglich ein Gang 
auf die Terrasse führte; von diesem wurde aber später das kleine Anrichte- 
cabinet 12 abgetrennt, mit einem gemauerten Tisch an der Rückwand. Rechts 
sind keine Zimmer am Peristylumgang, links liegt nur eine kleine unregel- 
mäßige Sclavencella 14. 
Der Umgang und die denselben bildenden Säulen umgeben den Hof oder 
das Viridarium nur an drei Seiten; in ihrer Nähe sind Reste eines Mosaik- 
bodens erhalten, welcher jedoch vielleicht nicht die ganze Porticus, sondern 
nur den Streifen, auf dem die Säulen stehn, bedeckte. 
Gehn wir zum Geschoss B über, welches unter dem Niveau der Straße 
liegt. Über die Eingänge in 2 und 4 des obern Geschosses ist das Nöthige 
gesagt ; die beiden geneigten und überwölbten Gange sind im Plane mit a und 
b bezeichnet. Folgen wir zuerst dem Gange a, so gelangen Wir gradaus auf 
eine Treppe c, welche in das dritte Stockwerk hinunterfiihrt und hier nur zum 
Theil, im Plane C ganz dargestellt ist. Mit einer kleinen Wendung rechts 
gelangt man in eine weitere Fortsetzung d des Ganges a, eine Fortsetzung, 
welche sich fast durch das ganze Geschoss als ein Corridor hinzieht, auf den 
die meisten Räume sich öffnen. Gleich zu Anfang liegt an demselben in e ein 
Saal unter dem Tablinum, an den hinten ein Cabinet f angebaut ist. Man 
hält dies für ein Badezimmer, ohne dass die bestimmenden Merkmale dafür 
angegeben werden könnten. Am Ende des Saales macht der Gang eine Wen- 
dung im rechten Winkel und wird zur linken Hand von dem wirklichen Bade 
dieses Hauses begrenzt. In g nämlich hat man das Apodyterium, in k das 
eigentliche Badezimmer und in idie Ofiicin des Bades mit dem Feuerheerd 
erkannt; jetzt sind diese Raume nicht mehr sichtbar. Unter diesem liegt in 
dem Stockwerke O noch ein Bad, welches möglicherweise fiir die Dienerschaft 
bestimmt war. An der Ecke des Saales e stößt der geneigte Gang b, von den 
Packkammern 2 herabkommend, mit dem Gange a zusammen, und unmittelbar 
im Winkel dieses Zusammentreffens liegt in k der kleine Hof, der, unbedeckt, 
die obere Terrasse unterbricht, und hier wahrscheinlich mit einem Geländer 
umgeben war. Er ist einzig der Erleuchtung des Ganges und der umliegenden 
Räume wegen angebracht. Diese sind auf den beiden Seiten des Hofes zwei 
kleinere Zimmer l und m, von denen das letztere nur sehr wenig Licht hat; dies 
scheinen sicher Lagerräume gewesen zu sein und ebenso auch die weiter gegen 
die Straße Zu liegenden, auf dem Plan nicht numerirten dunkeln Räume. 
Dagegen geben sich die Räume auf der andern Seite des Ganges, gegen den 
Abhang zu, durch die in ihnen erhaltenen Malereien als Wohnzimmer zu 
ßfkennen- Von ihnen kann der große Saal n, mit einem durch eine zwei- 
fliigelige Freitreppe o vermittelten Ausgang auf die etwas niedrigere Terrasse p, 
als Sommertriclinium gelten; auch s mochte ein Triclinium sein, während t 
ein geräumiges Cubiculum ist. Etwas niedriger noch als die Terrasse p, um 
die von dieser aus zu genießende Aussicht nicht zu beschränken, liegt der mit
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.