Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1875367
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Viertes Capitel. 
wundeten, von Eroten bedienten Adonis darstellt; auf der linken Wand 
Nereiden auf einem Seepferd. Zu diesem Triclinium scheint das rechts von 
ihm liegende und mit ihm verbundene Gemach 59 als Anrichte- und Bedie- 
nungszimmer (vgl. S. 327 und 368) zu gehören, während dasjenige links 60, 
welches Bilder an seinen schlecht erhaltenen Wänden hatte, als Cubiculum 
gilt. Neben ihm führt ein Durchgang 61 links in eine Vorrathskammer (cella 
penaria) 62, gradeaus in einen Durchgangsraum 63, durch Welchen man zu 
der rechts und hinter dem Triclinium liegenden Küche 64 gelangt, welche 
durch den Heerd gekennzeichnet wird. Der Raum hinter den Zimmern 58 und 
59 ist nicht ganz ausgeräumt worden; vermuthlich enthält er den Abtritt. 
Es bleibt jetzt nur noch übrig, solche Leser, welche Pompeji selbst be- 
suchen, auf einige der hier nicht beschriebenen Häuser aufmerksam zu machen, 
welche, sei es der Eigenthiimlichkeit ihrer Decoration oder der Besonderheit 
häuslicher Einrichtung wegen, einen Besuch besonders lohnen. Als solche seien 
die beiden Häuser mit den Mosaikbrunnen ih der Mercurstraße, die Häuser 
des Schiifes, der bemalten und der Figurencapitelle in der Fortunastraße und 
besonders die in den letzten Jahren ausgegrabenen Häuser der Cornelier, des 
Paquius Proculus, des N. Popidius Priscus, dasjenige mit dem Niobidenbilde 
(VII, 15, 1. 2; Plan N0. 52), sowie diejenigen in Reg. I, Ins. 3 und 2 
besonders empfohlen, sowie auch wegen ihrer schönen und zum Theil pracht- 
vollen Decoration die Casa di Apolline, della parete nera, deZ cignale u. A. 
Es können nun aber die Privatgebäude der Stadt Pompeji nicht verlassen 
werden, ohne dass wenigstens von einem jener großen mehrstöckigen oder 
vielmehr terrassenartig angelegten Häuser, welche am südwestlichen Abhange 
des Stadthügels auf der hier niedergerissenen Mauer erbaut sind, der Plan 
mitgetheilt und kurz besprochen werde. Wie schon früher bemerkt wurde, 
bildete die Straße vom Herculaner Thor, an welcher diese Häuser liegen, die 
Hauptverkehrstraße, und dem entsprechend scheinen die in Rede stehenden 
Häuser Kaufmannshäuser gewesen zu sein. 
(No. 26.) Eine nähere Betrachtung des mitzutheilenden Planes eines der 
ausgedehntesten dieser Häuser, der nach einem Wahlprogramm so genannten 
Casa di Polibio (VI, ins. occid. 19-26 ; N0. 3 b im Plane), wird dies bestätigen, 
indem wir in demselben nur verhältnissmäßig wenige Wohnräumlichkeiten, da- 
gegen eine beträchtliche Zahl solcher finden werden, die allem Anscheine nach als 
Lagerräume für verschiedene, natürlich jetzt nicht mehr zu errathende Waaren 
gedient haben. Vor der Analyse des Planes sei noch bemerkt, dass bei diesem 
Hause unsere Autopsie nur eine theilweise hat sein können, da verschiedene 
der sehr zerstörten Räumlichkeiten der unteren Geschosse unzugänglich sind. 
Wir finden uns also hier vielfach auf Mazois angewiesen, nach dessen Plänen die 
drei Geschosse oder Terrassenetagen neben einander gestellt worden sind, und 
zwar so, dass A das Geschoss zu ebener Erde an der Straße enthält, dessen 
Räume durch Zahlen bezeichnet sind, während in B das zweite, in C das dritte 
Geschoss d. h. das unterste, im Niveau des Bodens am Fuße des Stadthiigels 
von Pompeji, dargestellt wird, in welchen die Räume mit lateinischen und 
griechischen Lettern versehn worden sind. 
Fassen wir zuerst das Erdgeschoss an der Straße A in das Auge. An der
        

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