Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1875352
Die Privatgebäude. 
Die Wohnhäuser. 
Haus des Popidius Secundus. 
365 
Straße aus durch ein enges Fenster dürftig beleuchtete schmucklose Vorraths- 
kammer (cella penaria) 49. An diese stößt das im letzten Stil gemalte Cubi- 
culum 50, auf dessen rechter Seitenwand sich ein Bild (Hlbg. N0. 542) findet, 
darstellend einen jugendlichen Satyrn, welcher vorsichtig eine schlafende 
Bakchantin beschleicht. An der linken Wand dieses Zimmers fuhrt eine Treppe 
zum Oberstock, mit besonderem Zugang vom Atrium, steil über eine kleine 
Thür zur rechten Ala 51 hinweg; unter ihr waren einige Bretter zum Auf- 
bewahren irgend welcher Gegenstände angebracht. Der innerste Theil der 
Ala 51 ist, wie öfter, durch die steinernen Substructionen eines großen hölzer- 
nen Schrankes eingenommen. Hier und unter der T reppe in 50 ist die einfache 
Decoration dritten Stils, mit schwarzem Grunde, erhalten geblieben. Aus der 
Ala führt eine Thür in das auch vom Peristyl zugängliche und, wie das 
Peristyl und alle umliegenden Räume, im dritten Stil (auf schwarzem Grunde) 
gemalte Zimmer 52. Auf der andern Seite liegt zuerst ein Triclinium 53 
mit gelben Wänden letzten Stils, leichten Architekturen und kleinen Bildern 
von Fischen; auf dieses folgt die ursprüngliche linke Ala 54, Welche aber zu 
einem bloßen Durchgang in ein großes Gemach 55 verwandelt worden ist, 
Welches, in der letzten Zeit Pompejis durch Vergrößerung und Umgestaltung 
eines auf das Peristyl geöffneten Tricliniums entstanden, vermuthlich irgend 
einem Gewerbsbetriebe dienen sollte; durch die in ihm liegende Cisternen- 
miindung g wird es nicht hinlänglich gekennzeichnet. Ein Tablinum fehlt 
diesem Hause gänzlich; das Atrium wird nach hinten durch eine glatte Wand 
abgeschlossen, welche nur durch die breite Thiir in das Peristyl unterbrochen ist; 
links neben derselben liegt der Stein, auf welchem die Geldkiste durch einen 
noch vorhandenen Eisenzapfen befestigt war. Die ursprünglich achtzehn 
Säulen, welche die Porticus bildeten, wurden später in der auf dem Plan 
ersichtlichen Weise zum Theil in Zwischenwände verbaut; im Allgemeinen 
sind sie ganz roth bemalt und glatt; nur das dem Eingang aus dem Atrium 
gegenüberliegende Intercolumnium sowohl der vordern als der hintern Reihe, 
sowie auch das mittlere der linken Schmalseite sind nicht nur durch größere 
Breite, sondern auch dadurch ausgezeichnet, dass hier die Säulen auf der dem 
Intercolumnium zugewandten Seite unten glatt und schwarz, oben weiß und 
cannelirt, auf der andern Seite aber, wie die übrigen, glatt und roth sind. 
Dem entsprechend sind auch die Halbsäulen der rechten Schmalseite unten 
glatt und schwarz, oben weiß und cannelirt. Es äußert sich hierin die auch 
sonst schon von uns beobachtete Neigung der spätern römischen Zeit, hier der 
Zeit des dritten Decorationsstils, die den Eingängen und den größeren Zim- 
mern entsprechenden Intercolumnien hervorzuheben. An der linken Schmal- 
seite steht zwischen den Mittelsäillen ein Puteal aus Travertin r. An diesem 
Peristyl liegt rechts nur eine geräumige Exedra 57 (mit wenig erhaltener 
Malerei) hinter einem eigenen Vorraume 57 a, welcher erst durch die oben 
erwähnte Umwandlung der Porticus entstanden ist, links dagegen eine ganze 
Folge kleinerer Gemächer. Und zwar in der Mitte ein Triclinium 58 mit 
marmornem und Mosaikfußboden und gelben Wänden letzten Stils mit ur- 
spriinglich drei Bildern, von denen aber das der rechten Seitenwand fehlt, 
während das der Hinterwand (Hlbg. N0. 333), etwas beschädigt, den ver-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.