Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1875342
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Viertes Capitel. 
nehmen Besitzer. Kehrt man durch das erste Peristyl 17 und die Fauces 15 
in das Atrium zurück, so findet man einen aus dessen linker Ala abzweigen- 
den Gang 38, welcher zu einem Bade führt, dessen Tepidarium 40 und Calda- 
rium 41 unter sich verbunden sind. In früheren Zeiten war mit denselben 
noch ein dritter Raum, 39, verbunden, welcher als Apodyterium und Frigi- 
darium diente, später aber zu anderen Zwecken verwandt worden ist: die 
ausgefüllte Wanne in seinem innersten Theil, sowie die vermauerte Thiir zum 
Tepidarium sind vollkommen kenntlich. In seiner Fortsetzung 38 a führt 
dieser Gang weiter links in die Küche 42, welche außer dem Heerde {und 
dem mit eigener Thüre verschließbaren Abtritt k auch die Vorrichtung zur 
Heizung des Bades l enthält. Rechts zweigt dieser Gang zu einem Raume 
38 b ab, welcher, an seinem Ende durch ein Oberlicht m und durch ein kleines 
Fenster auf das Peristyl, wenn auch nur sehr mäßig, erleuchtet, eine Treppe 
in den Oberstock und einen Brunnen oder Wasserbehälter n enthält. 43, aus 
dem Peristyl 17 zugänglich, ist ein Vorraum zum Bade, d. h. ein kleiner Hof 
mit Impluvium o und einem von vier achteckigen rothen Säulen getragenen 
atriumartigen Dach; von diesen Säulen sind zwei nachträglich in eine Mauer 
eingeschlossen, die übrigen durch ein niedriges Podium verbunden worden. 
Aus dem Peristyl 17 gelangt man links noch zu einer Erweiterung dieser 
Wohnung, welche nicht blos ursprünglich ein eigenes Haus gewesen. sondern 
in der ganzen Einrichtung ziemlich unverändert geblieben ist, als Popidius 
Secundus oder sein Vorfahr es mit seiner Wohnung verband, während die zu- 
letzt beschriebenen Räume 38-42 ziemlich augenscheinlich von dem Nach- 
barhause an der Strada Stabizma abgeschnitten und durch Umbau zu dem 
gemacht worden sind, als was wir sie kennen gelernt haben. Die Verbindung 
zwischen dem ersten Peristyl und dem annectirten Hause (domus L. Optate" 
Rapiani ist seine oflicielle Benennung), welches, da sich die Strada Stabiana 
an dieser Stelle bereits ziemlich rasch dem Thore zu senkt, höher liegt als die 
beschriebenen Theile, wird durch eine breite Treppe von zehn aus Ziegel- 
steinen aufgemauerten Stufen p hergestellt, neben der rechts und links in 
dem theilweise mit Erde ausgefüllten Raume zwischen den Wlanden des Peri- 
styls 17 und des Nachbarhauses die beiden schon erwähnten Raume 44 und 
45 ausgespart oder gewonnen sind. Bei der vollkommenen Selbständigkeit 
des Planes dieses Nebenhauses wird dessen Beschreibung am besten bei seinem 
eigenen Eingang an der nördlichen Nebengasse beginnen. Das kurze, unmit- 
telbar an der Straße geschlossene Ostium 46 führt in das ziemlich geräumige 
tuscanische Atrium 47, dessen Impluvium von einer sehr wenig erhaltenen 
8011511611 farbigen Mosaikborde umgeben War. Links neben dem Ostium liegt 
eine in früherer Zeit von der Straße zugängliche Treppe zum Obergeschoss, zu 
welcher jedoch der nachträglich durchgebrochene überwölbte Eingang aus dem 
Üstium so eng ist, dass man sich nur von der Seite hindurchschieben kann. 
Die Heben dieser Treppe liegenden Räume gehören nicht zu diesem Hause, 
sondern zu dem Laden neben seinem Eingange. Am Atrium liegt rechts neben 
dem Ostium eine nur 2 M. hohe Celle 48 ; ohne Zweifel konnte der Atriensis 
von hier in ein oberes Gemach steigen und von dort durch ein Fenster auf die 
Straße sehen, wie in der Casa dei Dioscuri (S. 335). YVeiter folgt eine von der
        

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