Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1875333
Die Privatgebäude. 
Die Wohnhäuser. 
Haus des Popirlius Secundus. 
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Seite desselben noch das im letzten Stil mit rothen und blauen Feldern über 
schwarzem Sockel ausgemalte 'I'ricliniuin 30', ohne erhaltene Bilder, und das 
zierliche Cubiculum 30", dessen Wände (blaue Felder bei violettem Sockel 
und weißem obern Wandtheil) denselben oben erwähnten Stil zeigen, wie die 
übrigen Räume dieses Complexes. Wenden wir uns nun wieder in das Peri- 
styl 17, so bemerken wir zunächst noch nahe der Südostccke die kleine, als 
YVandschrank dienende, gewölbte Nische 31, und auf der entgegengesetzten 
Seite die gewölbte Exedra 45, von nur sehr geringer Tiefe, mit Marmortäfelung 
auf dem Fußboden und am Wandsockel, endlich das Sclavencubiculum 44. 
Auf der Südseite ist das Peristyl von einer Mauer begrenzt, welche von zwei 
Thiiren an den beiden Enden und zwischen diesen von sechs Fenstern durch- 
brochen ist. Diese Thüren und Fenster verbinden mit dem ersten ein zweites, 
schönes und heiteres Peristyl 32, dessen weiße Wände mit leichtem Ornament 
letzten Stils geschmückt sind, während seine Porticus von zwanzig dünnen, 
unten rothen, oben weißen cannelirten Säulen mit Phantasiecapitellen gebil- 
det wird, zwischen denen ein Mosaiksaum liegt. Die freie Area in der Mitte 
ist, von einer niedrigen Mauer umgeben, erhöht und war ohne Zweifel als 
Xystus bepiianzt. Ein Puteal steht neben der nordöstlichen Ecksäule des Um- 
gangs. Dieser Ecke gegenüber beginnen die Gemächer dieser Abtheilung mit 
einer kleinen, weit und unverschließbar gegen das Peristyl und außerdem 
gegen das anstoßende Cubiculum geöffneten Exedra 33, mit weiß und schwar- 
zem Mosaikfußboden ; folgt das eben erwähnte Cubiculum 34 mit Alkoven im 
Hintergrunde und weißen, mit leichten Architekturen decorirten Wänden, 
und ein großer Oecus 35, in dessen Eingang zwei Pfeiler stehn, welche den 
Deckenbalken trugen und zwischen denen Thüren angebracht waren. Die 
YVände sind in gelbe und blaue Felder getheilt und mit schwebenden Figuren 
bemalt, doch haben die blauen Felder sehr gelitten. Aus den blauen Mittel- 
feldern sind ausgehoben und in das Museum zu Neapel geschafft die Bilder 
bei Helbig No. 1239 und 1333, ersteres Ariadnes Auffindung durch Dionysos, 
letzteres Orestes und Pylades in Tauris vor Thoas gefesselt und Iphigenia mit 
dem Götterbild im Arme darstellend, eines der schönsten und merkwürdigsten 
aller in Pompeji gefundenen Bilder. Am entgegengesetzten Ende des Peri- 
styls liegt zunächst am Tablinum 14 der ersten Hausabtheilung das Zimmer 
36, gegen das Peristyl und die beiden angrenzenden Räume geöffnet. Durch 
die dem zweiten Stil angehörige, eine Marrnortäfelung nachahmende Malerei 
seiner Wände wird der innerste Theil als der Platz eines Bettes bezeichnet; 
derselbe hatte auch seine besondere, flach gewölbte Verschalung: wir dürfen 
also das Zimmer als ein Cubiculum bezeichnen. Neben ihm liegt das Tricli- 
nium 37, dessen gelbe Wände letzten Stilsmit Architekturen und schweben- 
den Gestalten (Hlbg. No. 1951) und auf rothen Mittelfeldern mit drei namhaf- 
ten Bildern geschmückt waren. Von diesen ist dasjenige rechts, die von Argos 
bewachte Io darstellend (Hlbg. No. 137), für das Museum ausgehoben, das- 
jenige hinten (Hlbg. No. 1400) unerklärt und dasjenige links, Aphrodite und 
Adonis (Hlbg. No. 330), stark beschädigt. 
S0 geräumig nun auch diese Wohnung in den bisher geschilderten 
Theilen ist, so genügte sie doch nicht dem offenbar wohlhabenden und vor-
        

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