Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1875325
362 
Viertes Oapitel. 
Grunde gemalt und hatten in den Mittelfeldern drei größere Bilder, von denen 
aber zwei ganz fehlen, das dritte unkenntlich geworden ist. 
Die Räume an der gegenüberliegenden Seite des Peristyls zeigen, wie 
schon bemerkt, jüngere Bauart; sie entstanden in römischer Zeit nach Ankauf 
[des ehemaligen südöstlichen Eckhauses der Insula. Auch ihre Wandmalereien 
haben einen gemeinsamen Charakter und sind zwar dem dritten Decorati0ns- 
stil nahe verwandt, bilden aber eine besondere, dem zweiten Stil noch näher 
stehende Gruppe. In der linken hintern Ecke des Peristyls liegt ein großer 
Üecus 19 mit reicher Decoration großer, aber sehr zerstörter Architekturen auf 
schwarzem Grunde; das einzige hier gefundene Bild, eine ermattet einge- 
schlafene Baechantin darstellend, befindet sich im Museum zu Neapel. Der 
Fußboden besteht aus trefflichem weißen Mosaik mit schwarzem Rande. 
YVeiter folgt ein wahrscheinlich als Triclinium zu bezeichnender Raum 20 mit 
einem eigenen Vorplatze 20 a und drei größeren Bildern auf seinen einfach 
gemalten Wänden, nämlich links einer Darstellung von Ares' und Aphro- 
ditens Liebe (Hlbg. No. 323), dem Eingange gegenüber einem unerklärten 
(Hlbg. No. 1401), rechts einer auf Leda nicht ganz sicher bezogenen Compo- 
sition (Hlbg. N0. 152): die beiden erstgenannten befinden sich in Neapel. 
Der Fußboden (Signinum mit eingelegten Steinen) ist sehr gering, besser 
der des V orraumes, welcher aus in Stuck gelegten Travertinstückchen und 
unregelmäßigen Marmorstücken besteht. Die Wände des Vorraumes zeigen 
Pflanzen auf dunklem Grunde. Weiter rechts folgt eine Gruppe von Zimmern, 
welche aus dem atriumartigen aber bedeckten Mittelraum 21 zugänglich sind, 
auf dessen linker YVand eine interessante Darstellung des Parisurteils (Hlbg. 
N0. 1286) erhalten ist. Von den hinter diesem Mittelraum liegenden Räumen 
ist 22, mit sehr einfachen, oben weißen, unten rothen WVanden, wohl eine 
Vorrathskammer; eine dort gefundene kleine Handmiihle steht noch an ihrem 
Platz. Dagegen ist 23 ein zierlich gemaltes Cubiculum, welches auf den 
weißen Mittelfeldern seiner rothen Wände drei Bilder aufzuweisen hat: dem 
Eingange gegenüber Apollon vom Kitharspiele ruhend (Hlbg. No. 183; dies 
Bild geringer als die übrigen und später eingesetzt), rechts einen musika- 
lischen Wettstreit (Hlbg. N0. 1378 b), links einen unerklarten Gegenstand 
(ein Jüngling vor einem barbarischen oder phrygischen Könige, Hlbg. N0. 
1388), welcher sich ganz ähnlich in der domus Sirici (s. oben S. 324) wieder- 
holt findet. Der kleine Raum daneben 24 ist eine Vorrathskammer (apotkeca)  
gewesen, in welcher die Wände die Löcher zur Befestigung ringsum laufender 
Bretter zeigen. Hier vorbei führt der Gang 25 in eine Art von kleinem 
Atrillm 26, an welchem ein Stall 27 und zwei Schlafzimmer der Stallknechte 
29 und 30, mit vergitterten Fenstern, liegen, zwischen denen die breite Ein- 
fahrt 28 deutliche Spuren von Wagenrädern zeigt. Über allen diesen Räumen, 
mit Ausnahme vielleicht des von der Straße entfernten Theils des Atriums 26, 
befand sich ein niedriger Zwischenstock (mezzanino), welcher über dem Stall 
zwei Fenster auf die Straße hat. Darüber sieht man den Anfang des offenbar 
ganz niedrigen dritten Geschosses mit gut gemalten XVänden lgtzten Stils und 
einer Thür nach dem Raum über 24. Kehren wir nun durch den Gang 25 in 
den atriumartigen Raum '21 zurück, so finden wir an der linken (südlichen)
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.