Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1875318
Die Privatgebäude. 
Die Wohnhäuser. 
Haus des Popidius Secundus. 
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gleichbar dem, Welchen wir im Hause des Epidius Rufus (S. 298) neben der 
eigentlichen Straßenthiir fanden. In dem nicht eben besonders geräumigen 
tuscanischen Atrium (S ist das Impluvium fast spurlos verschwunden, aber vor- 
handen gewesen. In ihm fand man einen kleinen marmorxien Altar mit zwei 
eine Guirlande haltenden Eroten, zwei Vögeln, zwei gekreuzten Palmen und 
einem Praefericulum verziert. Die fünf das Atrium umgebenden Cubicula 7 
und 8 rechts, 9, 10 und 11 links, von denen 7, 8 und 10 mit verschließbaren 
Thiiren versehn waren, sind unbedeutend und auch ohne nennenswerthen 
Schmuck. Etwas reicher erscheinen die Alae 12, 13, mit lebhaft rothen Wän- 
den letzten Stils; diese sind in der linken 13 besser erhalten und hier ist das 
Brustbild eines jungen Satyrn mit einem Kantharos (Hlbg. N0. 424) gemalt. 
Bis hierher erscheint der Plan abgesehn von seiner Schiefwinkligkeit ziem- 
lich normal; wenn das Tablinum 14 nicht in der Mitte der Rückseite liegt, so 
hat dies seinen Grund offenbar darin, dass man für den im Atrium Stehenden 
einen Blick durch das Tablinum in das Peristyl eröffnen wollte. In den natür- 
lichen I-Iöhenverschiedenheiten des Bodens ist es begründet, dass das Tabli- 
num vom Atrium aus nicht betretbar, sondern durch eine 0,50 M. hohe 
Futtermauer von ihm getrennt ist. Betretbar ist es theils aus dem Peristyl, 
gegen welches es durch eine Thiir abgeschlossen werden konnte, theils aus 
den in ihrem ersten Theile ziemlich steil ansteigenden Fauces 15. Auch dass 
man von eben diesem Tablinum aus nicht allein ein Zimmer (36) des zweiten 
Theiles des Hauses betrat, sondern auch vermöge der Treppe d zum obern 
Geschoss der das Atrium umgehenden Räume hinaufstieg, ist ein sehr unge- 
wöhnliches Vorkommniss. Durch dies Alles wird der Charakter des Tablinums 
stärker alterirt, als vielleicht in irgend einem andern pompejanischen Hause. 
Von den um das Atrium gruppirten Räumen ist nur noch die kleine, unter 
der eben erwähnten Treppe liegende Vorrathskammer 16 zu erwähnen. Die 
Fauces 15 führen in das erste Peristyl 17 mit rothen, leicht ornamentirten 
Wänden letzten Stils. Seine Porticus besteht aus ursprünglich achtzehn unten 
rothen, oben weißen cannelirten Säulen mit Phantasiecapitellen, von denen 
jedoch später eine, vor der Piscina e, um den Blick aus 18 auf das Viridarium 
frei zu machen, entfernt worden ist. In der erwähnten halbrunden Piscina e 
liegt eine Stufe; auf ihrem Rande standen als Wasserspeier eine Anzahl von 
theils einzelnen, theils unter einander kämpfenden Thieren von Erz : ein Eber, 
zwei Hunde, ein Löwe, eine Hirsehkuh und eine Schlange, welche etzt ent- 
fernt, in das Museum nach Neapel gebracht und dort in der Ordnung, in der 
der man sie fand, aufgestellt sind. Nahe bei diesem Bassin fand man auch die 
schöne Erzstatue eines kitharspielenden Apollon, von der das Haus seinen 
ersten Namen (de! citarista) empfing und von der im artistischen Theile näher 
gehandelt werden soll. Von den beiden Cisternenmündungen hat die eine, 
f, ein Lavaputeal, die andere g ist in einem Marmorstein angebracht, aber 
ohne Puteal; k ist eine viereckige Grube, wie es scheint zur Abklärung des 
aus der Piscina abfließenden WVassers. Auf der Schwelle der großen Exedra 
18 Stehn zwei Säulen als Träger ihres Gebälkes; ihr Fußboden besteht aus 
SChWQ-Tzweißßm Mosaik mit einem aus Marmorplatten zusammengesetzten 
Rechteck in der Mitte; die Wände sind einfach im letzten Stil auf gelbem
        

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