Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1871377
Die Verschüttung Pompejis. 
genauere Beschreibung ihrer Gestalt geben, als indem ich sie mit der eines 
Pinienbaums vergleiche, denn sie schosszu einer bedeutenden Höhe empor 
Wie ein Stamm und breitete sich oben in Zweige aus, indem sie, glaube ich, 
zuerst durch einen Luftstoß, so weit dessen Kraft reichte, in die Höhe ge- 
trieben wurde: dann aber, wo diese Kraft nachließ, oder ihr eigenes Gewicht 
zur Geltung kam, sich in die Breite ausdehnte. Sie erschien bald glän- 
zend, bald dunkel und gefleckt, je nachdem sie mehr mit Erde oder mit 
ASChC erfüllt Wälhr( Darauf folgen die Angaben über das, was der ältere Fli- 
llius zur Rettung seiner Freunde unternahm, Welche nahe am Fuße des Vesuv 
"Vohllelld, der dringendsten Gefahr ausgesetzt waren, und welche er zur See 
zu retten hoffte, Wobei der dicker werdende und mit ßimssteinstücken und 
schwarz gebrannten Steinen untermischte Aschenregen in sein Schiff stürzte, 
während das Meer neue Untiefen zeigte und der Berg herabzustürzen, das Ufer 
vorzurücken schien. DMilZClBYWBllGKI, fahrt der Briefsteller fort, nstiegen vom 
Vesuv an verschiedenen Orten große Flammen empor, was durch die einge- 
tretene nachtgleiche Finsterniss noch schrecklicher sichtbar Wllfdßxr Weiter 
wird erzählt, wie Plinius in Stabiae das Zimmer, in welchem er ruhte, ver- 
lassen musste, weil sonst die in dem Hofe, aus welchem es zugänglich war, 
sich haufenden Massen von Asche und Bimsstein den Ausgang gesperrt 
haben würden, wie man dann, als wegen des heftigen Erdbebens die Hauser 
einzustürzen drohten, ins Freie ging, indem man sich durch auf den Kopf 
gebundene Kissen gegen die herabfallenden Massen schützte, wie dann plötz- 
lich Flammen und Schwefeldampfe aus dem Boden drangen, wie Plinius, 
von diesen Gasen betäubt, umsank und so sein Ende fand. In dem zweiten 
Briefe wird noch Folgendes erwähnt, was für uns Interesse bietet. nSchon 
mehre Tage vor dem Ausbruch hatten verschiedene Erdstöße stattgefunden, 
die aber wenig beachtet wurden, da sie in Campanien gewöhnlich sind; in der 
Nacht aber (nach dem Ausbruch) waren sie so besonders heftig, dass sie Alles 
um uns her nicht nur erschütterten, sondern umzuwerfen (lfOlltellni Am näch- 
sten Morgen war das Licht äußerst matt und dammerig; die Wagen, in denen 
Plinius mit seiner Mutter die Stadt (Misenum) verließ, wurden von Erd- 
stößen hin und her geworfen, und konnten auch durch die Unterstützung mit 
großen Steinen nicht festgehalten werden. Die See schien sich vom Lande 
zurückzuziehen, getrieben von den krampfhaften Bewegungen der Erde, so 
dass das Ufer erweitert wurde und Seethiere auf dem trockenen Sande liegen 
blieben. nAuf der andern Seite brachen aus einer furchtbaren schwarzen Wolke 
große Flammen hervor, die Blitzen glichen, aber größer waren.     Bald 
darauf senkte sich die Wolke auf die Erde und bedeckte das Meer, so dass die 
Insel Capreae und das Vorgebirg Misenum unseren Blicken entzogen wur- 
den.     Aschenregen, obgleich noch nicht sonderlich dick, begann zu 
fallen; ich blickte zurück: dichte Finsterniss lag hinter uns und kam, wie 
ein über die Erde sich ergießender Strom, uns immer naher. WVir wichen, so 
lange wir noch sehen konnten, von der Straße auf die Felder aus, um nicht im 
Gewühl der Menschen erdrückt zu Werden. Kaum hatten wir uns hier nie- 
dergelassen, so umgab uns eine F insterniss, die nicht mit der einer mondlosen 
oder wolkigen Nacht, sondern nur mit der in einem verschlossenen Zimmer 
Overbeck, Pompeji. 44m1. 2
        

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