Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1875073
Die Privatgebäude. 
Die Wohnhäuser. 
Casa de! questore. 
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Werden, dass der Wenngleich verhältnissmäßig bescheidene Schmuck dieser 
Abtheilung für eine Diener- d. h. Sclavenwohnung doch zu bedeutend erscheint. 
Das ursprünglich ganz selbständige Haus hat seinen eigenen Eingang von der 
Straße 54 behalten, neben dem rechts die Küche 55 mit wohlerhaltenem ge- 
mauertem Heerd (über demselben sind zwei Schlangen gemalt), und der Trep- 
penraum 56 liegt, in welchem sich auch ein Abfluss für das Wasser der Küche 
und der Abtritt befindet. In Betreff dieser Räume und der folgenden Zimmer 5 7, 
58, 59 ist bemerkenswerth, dass sie nicht von gleicher Höhe sind. 56 und 57 
sind niedrig (2,40  , um Raum für obere Räume zu gewinnen, während 55 und 
58 höher sind. 57, mit einem ganz kleinen Fenster auf die Nebengasse, den 
Vicolo da" Mercurio, und mit sehr bescheidener Decoration, gelben, von dun- 
keln Pfeilern getrennten Wandfeldern ohne Bilder, scheint ein Cubiculum 
gewesen zu sein; hier fand man eine Fülle von wohl nur zufällig hierher 
gekommenen Geräthen und Gefäßen, Bronzevasen mit eingelegtem Silber- 
ornament, Candelaber, ein Räucherfass (acerra), bronzene Schüsseln, Bade- 
kratzen, ein Feuerfass, eine Wage, eine kleine eiserne Hacke u. dgl. mehr. 
Etwas eleganter ist die Decoration von 58 mit einem größern , höher an- 
gebrachten Fenster nach der Straße, und das dritte, welches am 15. November 
1828 in Gegenwart des Königs Friedrich Wilhelm III. von Preußen ausgegraben 
wurde, der auch die mancherlei in demselben gefundenen Geräthe vom Könige 
von Neapel zum Geschenk erhielt. Dies die Zimmer rechts an dem einfachen 
und schmucklosen tuscanischen Atrium 60, in dessen Hintergründe ein kleines  
mit opus Szzqninum geplattetes Tablinum 61 mit schwarzen Wänden und 
zerstörten kleinen Bildern, ein als Fauces dienendes Gemach 62' und ein 
an einer Aushöhlung in der einen Wand kenntliches Cubiculum 63 mit 
gelben Wänden und leichten Architekturen liegen. Die linke Seite des 
Atriums ist nur von der YVand mit dem Durchgange in das größere Haus O 
begrenzt, während an der Vorderseite links vom Eingange ein einziges, einfach 
auf gelbem und rothem Grunde ausgemaltes Cubiculum 64 liegt. Aus den 
Fauces gelangt man rechts in ein Triclinium 65 mit rothen und gelben Wiand- 
Hächen und der Aussicht auf das kleine Viridarium, neben dem eine Cisternen- 
Öffnung liegt. Die Decke des Umganges um dies Viridarium 66 wird nicht 
von Säulen, sondern nur von ein paar Pfeilern getragen. Auf den Umgang 
öffnet sich eine Reihe kleiner Schlafzimmer 67, welche in ihrer Schmucklosig- 
keit und Gleichförmigkeit für die der Dienerschaft gelten mögen. Hinter dem 
Tablinum liegt eine Art von kleiner Exedra 68', fast nur eine Nische oder 
Grotte mit einfach im zweiten Stil gemalten Wänden (während sonst dieser 
ganze Theil des Hauses nur Malereien letzten Stils hat), kleinem Stuccocarnies 
und niedriger Decke, deren Balkenlöcher erhalten sind; an den drei Schlaf- 
zimmern vorbei gelangt man in einen großen Raum 69, dessen Decke durch 
einen Pfeiler in der Mitte gestützt wurde und welcher einen fahrbaren, ge- 
pilasterten, jetzt vermauerten Ausgang auf die hintere Straße, den Vico de! 
Fauna hatte und ohne Zweifel als Stall und Remise gedient hat. Links endlich 
neben diesem Stall, doch ohne Verbindung mit demselben, sehn wir noch zwei 
kleine Schlafzimmer 70, in welche man gradaus durch die jetzt verbaute Fort- 
setzung des Ganges zu 69 und durch einen Gang gelangt, der, durch ein Hinter-
        

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