Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1871350
Geschichtliche Ngtizgn übgy Pgmpeji bis zur Verschüttung. 
felhaft aber ist die Kampfscene im Amphitheater in einem freilich rohen, 
aber sehr interessanten Bilde dargestellt, welches im Jalue 1869 in einem 
geringen Hause in der Strada dell' Aryiteatro entdeckt, von de Petra in 
dem Giomale deglz" scavi di Pompei, nuova serie V01. I, tav. S, p. 185 ff. 
publicirt und erläutert worden ist und hier (Fig. 3) in kleinerem Maßstäbe 
wiederholt wird. 
Lange bevor die Zeit der Strafe abgelaufen war, im Jahre 63 n. Chr. 
und ZWHT am 5. Februar, betraf Pompeji eine entsetzliche Zerstörung durch 
ein VOR tödtlichen Erdaushauchungen begleitetes Erdbeben, welches die 
wiedererwachten Kräfte des seit Jahrhunderten, vielleicht seit Jahrtausenden 
schlummernden und für erloschen geltenden Vesuvs ankündigte und in allen 
umliegenden Städten, in Neapel, Herculaneum, Nuceria, mehr oder minder 
bedeutende Verheerungen anrichtete, am schwersten aber Pompeji heimsuchte. 
Zahlreiche Gebäude stürzten ganz oder theilweise zusammen, Statuen wurden 
von ihren Piedestalen herabgestürzt und zerbrochen und manches Privathaus 
beschädigt. Wie groß der Schade im Ganzen gewesen sei, können wir nicht 
angeben, jedenfalls war er bedeutend, und wir werden mehrfach den Spuren 
dieser Zerstörung begegnen. 
Für alle Untersuchungen über die Gebäude Pompejis bietet das Erdbeben 
vom Jahre 63 einen willkommenen Anhaltspunkt. Von einem Gebäude, dem 
Tempel der Isis, ist es uns durch eine Inschrift ausdrücklich bezeugt, dass er 
nach demselben von Grund auf neu gebaut wurde; an vielen anderen Gebäuden 
ist der mehr oder weniger vollständige Wiederaufbau deutlich zu constatiren. 
Namentlich aber geht der überwiegende Charakter der ganzen Decoration auf 
diese Restaurationen zurück: nicht nur wurden die Wände im neuesten Stil 
bemalt, sondern auch die Säulen sammt ihrem Gebälk vielfach mit einer 
dicken Stuckhülle umgeben, die alten Capitelle verstümmelt und innaus Stuck 
gebildete bunte Phantasiecapitelle eingehüllt. Andererseits aber war die Zer- 
störung keine vollständige, und es ist genug stehn geblieben, um uns von 
dem Charakter der Stadt, wie sie früher war, und von ihrer Entwickelung 
mindestens seit dem zweiten Jahrhundert vor Chr. eine deutliche Vorstellung 
zu geben. Und bei der Art, wie man die stehn gebliebenen Reste beim Neubau 
verwerthete, dürfen wir wohl annehmen, dass ihrer nicht allzu viele in Folge 
des Erdbebens vom Jahr 63 spurlos verschwunden sind. 
Der Neubau Pompejis schritt mit großer Raschheit vorwärts. Der Isis- 
tempel war durch die Freigebigkeit eines Privatmannes wieder aufgebaut, der 
Apollo- (sog. Venus) -tempel hergestellt und gründlich modernisirt worden ; die 
Privathäuser waren, je nach den Mitteln der Besitzer, theils glänzend erneuert, 
theils, so gut es eben ging, ausgebessert worden; an den Säulengängen des Fo- 
rums wurde rüstig gearbeitet. Schon bewegte sich von neuem ein reges und 
unbesorgtes Leben durch die Straßen der verjüngten Stadt, schon waren Handel 
und Gewerbe wieder in schwunghaftem Betrieb, schon hatte ohne Zweifel der 
Luxus und die Üppigkeit sich auf" s neue mannigfach entfaltet, da plötzlich 
schlug Pompejis zwölfte Stunde. Es war nach unserer Zeitrechnung der 
24. August des Jahres 79 n. Chr., als der Ausbruch des Vesuvs erfolgte. 
Dunkele Nacht, nur von den zuckenden vulkanischen Blitzen grauenvoll
        

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