Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1875037
Die Privatgebäude. 
Die Wohnhäuser. 
Casa del questore. 
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worden, während das Atrium zur Zeit des dritten und wieder zur Zeit des 
letzten Stils neu ausgemalt wurde. Auf der Rückseite des Atriums finden wir 
nach den Fauces 41, neben denen die Treppe liegt, ein schönes, nach beiden 
Seiten ganz offenes Tablinum 42 von 5,30)( 4,80 M., dessen Boden mit 
weißem, schwarzgerandetem Mosaik belegt ist und dessen beide WVände mit 
sehr reicher und prächtiger Malerei bedeutsamen Inhalts geschmückt waren. 
Die ganze YVand rechts, letzten Stils mit blauen Feldern, ist bei Zahn II, 23 
abgebildet, die einzelnen Ornamente farbig auf Taf. 75; das ausgehobene 
Mittelbild stellt die Entdeckung Achills durch Odysseus unter Lykomedes 
Töchtern auf Skyros dar (Hlbg. N0. 1297), und ihm entsprach auf der in 
gleicher Weise decorirten Wand links als Hauptgemälde in der Mitte die 
fragmentirt ausgeliehene Darstellung der bekannten Scene des ersten Buches 
der Ilias, wo Achill mit Agamemnon hadernd gegen den König sein Schwert 
ziehn will, von Pallas aber zurückgehalten wird (Hlbg. N0. 130 7)  Dieselben 
beiden Gegenstände finden wir in der Casa di Apolline in merkwürdigen M0- 
saikgemälden einander ebenso entgegengesetzt; wenn auch die Gegenüber- 
stellung derselben hauptsächlich durch Ähnlichkeit in der Composition und in 
der Bewegung der Hauptfiguren veranlasst sein mochte, so wollen wir doch 
auch den tiefern Sinn nicht verkennen: dort der Augenblick, wo die Griechen 
mit Mühe und List den gewaltigen Peliden gewinnen, ohne den sie nicht 
hoffen, Ilion einzunehmen, hier Achills Trennung von der gemeinsamen Sache. 
der Griechen, jener Groll, der 
wwden Achaeern unnennbaren Jammer erregte 
Und viel tapfere Seelen der Helden sandte zum Hadesß 
Die Seitenfelder zeigen schwebende Gruppen je eines Bakchanten und einer 
Bakchantin (Hlbg. N0. 515. 522. 523. 529), auf der linken Wand noch vor- 
handen, rechts ausgehoben. 
Rechts neben dem Tablinum ist das Triclinium 43, welches aus dem 
Atrium betreten wird, aber aus dem Peristyl durch ein großes Fenster Licht 
erhält. Es ist reich und prächtig, ganz ähnlich wie das Tablinum, auch auf 
blauem Grunde, ausgemalt. Hier ist namentlich ein Gemälde an der Wand 
gegen das Tablinum bemerkenswerth, welches gewöhnlich als des Kindes 
Achill Eintauchung in den Styx durch seine Mutter gedeutet wird, aber 
schwerlich wirklich diesen Gegenstand darstellt (Hlbg. N0. 1390). Auch 
Thetis mit den Waffen für ihren Sohn auf einem Seeross reitend (Hlbg. N0. 
1321) und gegenüber Arien auf dem Delphin (Hlbg. N0. 1377) kommt hier vor, 
und in kleinen Medaillons tanzende und verschiedene Instrumente spielende 
Erotenf Auch an der Wand gegen das Atrium ist ein größeres Gemälde, 
welches erst neuerlich seine richtige Deutung: Minos und Skylla (Hlbg. 
N0. 1337) erhalten hat. Viel weniger reich und elegant im letzten Stil auf 
weißem Grunde decorirt ist ein auf der andern Seite neben den Fauces ge- 
legenes und ebenfalls aus dem Peristyl beleuchtetes aber kleineres Zimmer 44, 
an dessen Hinterwand, bestens erhalten, Apollon und Daphne (Hlbg. N0. 208) 
gemalt sind, während rechts kaum in Spuren erhalten Adonis (Hlbg. N0. 344) 
und links Silen mit dem Bakchosknaben (Hlbg. N0. 378) die Wand ziert 140). 
Das Peristylium 45 ist ein nur unvollständiges, indem nur die vordere 
Overheck, Pompeji. 4. Aufl. 22
        

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