Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1874968
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Viertes Capitel. 
Der in Fig. 174 gegebene Plan zweier großen, in den Jahren 1828 und 
1829 ausgegrabenen, unter den Namen Oasa del centauro und Casa dei 
Dioscuri (di Castore e Polluce) oder de! questore bekannten großen 
Häuser an der Mercurstraße (VI, 9, 3-7; N0. 38 und 39 im Plan), zeigt uns 
ein Doppelbeispiel des so häuiigen Vorganges der Vereinigung mehrer älteren 
Häuser zu einem großen. Man hat hier nicht, wie beim Hause des Pansa und 
in anderen noch zu besprechenden Fällen, das Alte vollständig oder fast voll- 
ständig weggeräumt, um von Grund auf in größeren Verhältnissen neu zu 
bauen, andererseits aber auch sich nicht begnügt, die älteren Iläuser einfach 
in Verbindung zu setzen, wie im Hause des Siricus, sondern man hat sie so 
viel wie möglich benutzt, aber auch, so weit es nöthig war, gründlich um- 
gebaut, aus welchem Verfahren sich eine gewisse Unregelmäßigkeit des Grund-' 
risses mit Nothwendigkeit ergeben musste. Uber die Benutzung der Theile 
solcher großen Häuser lässt sich etwas Allgemeines nicht sagen. War das eine 
der so verbundenen Häuser ein kleines, schmuckloses neben einem größern und 
reichern, so ist es ganz natürlich, dass man das kleinere als Sclavenwohnung, 
zu Haushaltungs- und Arbeitsräumen, zur Unterbringung von Gästen u. s. W. 
benutzte und die größeren und schöneren Räume dem Verkehr der Gesellschaft 
und ähnlichen Zwecken vor-behielt. Häufig mochten auch verwandte Familien 
sich ein solches großes Haus theilen, oder die verschiedenen Theile mochten 
zu verschiedenen Jahreszeiten vorzugsweise benutzt werden. 
(N0. 20.) Die Casa del centauro, VI, 9, 3-5, A, B aufdem Plan Fig. 174 
ist vermuthlich schon in vorrömischer Zeit durch Vereinigung dreier Häuser 
entstanden; wir schließen dies daraus, dass die namentlich in 3, 32 und an dem 
Garten 29 erhaltene Decoratioir ersten Stils im YVesentlichen die jetzige Gestalt 
des Hauses voraussetzt 138)  Wir betrachten zuerst die Abtheilung A. 1 Ostium, 
mit Thiir gleich an der Straße, vor der Mitte durch eine Stufe zwischen zwei 
Pfosten unterbrochen; zu seinen Seiten zwei Zimmer 2, 3 mit Fenstern nach der 
Straße, die aber so hoch angebracht sind, dass sie sich recht deutlich als bloße
        

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