Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1871345
Zweites Capitel. 
denen und den Pompejanern es, wie schon früher, zu Sticheleien, Reibereien, 
dann zu Steinwürfen und zum Gebrauch der blanken WVaHe kam. Es setzte 
zahlreiche Todte und schwere Verwundungen, namentlich auf Seiten der 
Nuceriner, da die Pompejaner natürlich zahlreicher waren und daher Sieger 
blieben. Die Nuceriner wandten sich klagend nach Rom; der Kaiser schob 
die Sache dem Senat, dieser den Consuln zu, und nachdem sie von diesen 
wieder an den Senat gelangt war, lautete der Urtheilsspruch, alle ähnliche 
Schau sei in Pompeji auf 10 Jahre zu verbieten, die gegen das Gesetz gebil- 
deten Collegien aufzulösen, Livineius und die Theilhaber an dem Krawall zu 
verbannen. Bedenkt man, mit welcher Leidenschaft das Volk an diesen Spie- 
len hing, welche ihm nächst dem Brode als das wichtigste Lebensbediirfniss 
erschienen (panem et circenses), so begreift man die Härte dieses freilich nicht 
ungerechten Spruches für Pompeji; Die beiden Reehtsduumvirn des laufen- 
den Jahres, Gaius und Gnaeus Pompejus Grosphus, wurden ihres Amtes 
enthoben; den neu gewählten, N. Sandelius Messius Balbus und P. Vedius 
Siricus, wurde zur Herstellung der Ordnung und zur Durchführung des Ur- 
theils ein außerordentlicher Praqfectus iuri dicundo, eine Art municipaler 
Dictator, in der Person des Sex. Pompeius Proculus, eines frühern Rechts- 
duumvirn, neben- oder vielmehr übergeordnet. 
Es kann nicht überraschen, wenn wir in Pompeji localen Erinnerungen 
an dieses wichtige Erlebniss der Stadt begegnen. Eine solche liegt vermuthlich 
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Schlägerei im Amphitheater. 
in einer seit langer Zeit 
welche an einem andern 
bekannten Griffelzeichnung mit Inschrift vor, auf 
Orte zurückgekommen werden soll, ganz unzwei-
        

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