Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1874935
Die Privatgebäude. 
Die Wohnhäuser. 
Casa di Pansa. 
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zugleich als Durchgang zum Posticum. Auf der linken Seite liegen drei Cubi- 
cula 12, von denen die beiden letzten ausnahmsweise durch eine Zwischenthiir 
verbunden sind. Rechts finden wir nur ein großes Triclinium 13 mit einem 
Nebenzimmer 14, welches wahrscheinlich für die Bedienung beim Gastmahl 
benutzt wurde; möglich auch, dass sich hier die Musikanten, Tänzerinnen, 
Gaukler und dergleichen Leute versammelten und vorbereiteten, welche man 
gegen das Ende der Mahlzeit den Gästen ihre Künste vorführen zu lassen 
liebte. Der übrige Raum dieser Seite steht mit dem Innern des Hauses in 
keiner Verbindung. Im Hintergrunde des Peristyls liegt das Hauptgemach 
des Hauses, ein prachtvoller Oecus 15 von 10,40 X 7,40 M., mit breitem thor- 
artigem Eingang vom Peristyl, nach dem höher liegenden Säulengang und 
Garten hinter dem Hause durch eine Futtermauer gesperrt, welche die ganze 
Aussicht frei ließ, jedoch ohne die innere Säulenstellung, welche wir aus dem 
Oecus der Casa di Meleagro (S. 311) kennen. Neben demselben ein um zwei 
Stufen erhöhtes, nicht näher zu benennendes Zimmer 16 mit schmaler Thür, 
andererseits ein faucesartiger Durchgang in den Garten 17 mit einem Eingang 
in den Oecus. Neben diesem Gange sehn wir die Küche 19 und in 18 den 
Stall für Pferde oder Maulthiere mit einem Abtritt; der größere Nebenraum 20-, 
mit einem breiten, auch für Pferde und Wagen hinreichenden Ausgang auf 
die zweite Nebengasse, ist offenbar die Wagenremise. In der Küche sind außer 
dem gemauerten Heerde, auf dem noch die Holzkohlen gelegen haben sollen, 
viele Geschirre von Thon gefunden worden. Links vom Heerde ist ein Laren- 
bild mit den Schlangen darunter (Hlbg. Nr. 53), zur Seite rechts ein auf- 
gehängter Schinken gemalt, während das entsprechende Bild links zerstört ist. 
An der hintern Fronte des Gebäudes erstreckt sich ein Säulengang 21, dessen 
mittelstes Intercolumnium, wo die Säulen durch dickere Pfeiler ersetzt sind, 
wie sich das mehrfach in ähnlichen Fällen wiederholt (s. Isistempel, größere 
Thermen u. s.  weiter ist und ohne Zweifel auch höher war als die übrigen 
(welche nur 2,35 M. hoch sind), um eine freie Aussicht auf den Oecus und 
aus demselben zu gestatten. Das einzige an ihm liegende Zimmer 22 wird 
als Wohnung (cella) des Gärtners (hortulanus) zu betrachten sein, welche wir 
an der entsprechenden Stelle auch im Hause des M. Epidius Rufus gefunden 
haben.  
YVas nun endlich diesen jetzt völlig wüst liegenden Garten anlangt. dessen 
Anfang der Plan Fig. 172 zeigt, so will man seine Beete bei vorsichtiger Aus- 
grabung noch unter den Lapilli gefunden haben, wie dies bei dem Garten in 
dem eben genannten Hause des M. Epidius Rufus sicher der Fall ist. Hier 
im Hause des Pansa ist davon jetzt nichts mehr zu sehn ; doch geht aus ihrer 
durch frühere Berichte überlieferten und mit derjenigen im Hause des Epidius 
Rufus übereinstimmenden Anordnung, welche man im Plan erkennen kann, 
deutlich hervor, dass der Garten nicht als Zier- und Blurnen-, sondern als 
Nutz- und Küchengarten gedient hat. Ob die hier gefundenen Bleiröhren 
zur Bewässerung der Beete und nicht vielmehr zur Füllung der Piscina dienten, 
darf bezweifelt werden; sicher diente jenem Zwecke ein in der auf dem Plan 
Fig. 172 fehlenden) rechten hintern Ecke angebrachter gemauerter NVasser- 
behälter. Zwei große kupferne Kessel können nur zufällig in diesen Garten
        

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