Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1874875
Die Privatgebäude. 
Die Wohnhäuser. 
Haus des Siricus. 
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benannte und jetzt nach ziemlich sicheren Merkmalen, namentlich einem auf- 
gefundenen Petschaft als nDoznzos Siricict bezeichnete Haus (VII, 1, 47 ; Plan 
N0. 91), liegt unmittelbar nördlich von den Stabianer Thermen, mit dem Ein- 
gange seines zunächst zu besprechenden westlichen Theiles in der Strada delle 
terme Stabicme, während seine andere Abtheilung den Eingang von der Strada 
Stabiavza aus hat. Seinem Haupteingange 1 gegenüber steht an der Wand die 
Inschrift otiosis locus hic non est, discede morator, auf welche zurückgekom- 
men werden soll; in den Fußboden des Ostiums, nahe am Atrium, sind in 
Mosaik die Worte SALYTE LVCRVIm) (sei gegrüßt, Gewinn!) eingelegt, so 
dass man gewiss nicht fehlgeht, wenn man dies Haus als dasjenige eines 
Kaufmanns betrachtet. Die Anlage dieses westlichen Theils geht wohl auf 
altere Zeit zurück, doch hat derselbe in römischer Zeit beträchtliche Umbauten 
erfahren. Die Hausthür, deren eine Hälfte aus der Form, welche sie in der 
Verschiittungsmasse zurückgelassen hatte, abgeformt worden ist, war reich mit 
kupfernen Nägeln beschlagen, von denen man 85 aufgefunden hat. An seinem 
ziemlich langen und am Ende wieder mit einer Thür versehenen Ostium 1 
liegt rechts ein Gemach 2 mit weißen Wänden, leichten Ornamenten, kleinen 
Vögeln, welches als die Cella des Ostiarius. gilt, für eine solche aber reichlich 
groß erscheint, vielleicht also als Geschäftsraum, allerdings aber nicht als 
Laden des Hausbesitzers gedient hat. Sein Licht empfing es von der Straße 
aus durch ein ziemlich großes, aber hoch angebrachtes, vergittertes Fenster. 
Das Ostium führt auf das sehr geräumige tuscanische Atrium 3, dessen WVände 
erst roh berappt sind, dessen marmornes Impluvium dagegen sehr schön ist; 
in ihm steht ein kleines Marmormonopodium (einfiißiges Becken zur Aufnahme 
eines YVasserstrahls), hinter dem sich die Basis des verlorenen Brunnenbildes 
und ein größeres Marmormonopodium findet. Rechts vom Impluvium steht 
das Puteal von weißem Travertin, welches geborsten war und von den Alten 
geflickt ist; an der vordern rechten Ecke des Atriums (bei a) sieht man die 
Spuren eines hölzernen Schrankes, in dem nicht wenige Tischgeräthe und 
Gefäße gefunden worden sind, ferner bei b einen Stein, auf welchem die Geld- 
kiste befestigt war. Eine besondere Merkwürdigkeit in diesem Atrium bilden 
Zwei viereckige Höhlungen in seiner rechten Wand, in welchen, den Ecken 
des Impluvium gegenüber, einst zwei hölzerne Bohlen (antae) aufrecht standen, 
Oberhalb deren, wie noch deutlich zu erkennen ist, die das Dach tragenden 
Querbalken (S. 255) in die Wand eingelassen waren. Als wirkliche Stütze der 
Dachbalken konnten die beiden Bohlen wegen ihrer zu geringen Stärke nicht 
in Betracht kommen; sie waren vielmehr eine Verzierung der Wand, welche 
freilich die Vorstellung einer solchen Stütze erwecken sollte. Eine ähnliche 
Verzierung begegnete uns in einem Zimmer der casa cli Meleagro (S. 310). 
Neben der rechten Ecke öffnet sich die Thür eines sehr einfachen kleinen 
Cubiculum  vielleicht der cella atriensis, mit einer Bettstatt an der rechten 
Wand. Grade gegenüber befindet sich eine ähnliche kleine Kammer 5, welche 
früher durch eine Thür mit dem Tablinum 6 verbunden war, zuletzt aber, 
nachdem diese Thiir vermauert worden, als Schrankzimmer gedient hat, in 
Welchem man noch die Spuren von drei Reihen Brettern in den "Wänden 
erkennt. Das Tablinum 6 liegt an der gewöhnlichen Stelle, ist aber un- 
Overbeck, PompajL 4_ Anm 21
        

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