Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1874854
Die Privatgebäude. 
Die Wohnhäuser. 
Haus des Lucretius. 
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pfeiler mit Doppelköpfen einerseits (a i1n Plan Fig. 170) des stierhörnigen, 
bärtigen und des ebenfalls stierhörnigen aber unbartigen Dionysos, anderer- 
seits (e) wiederum des bärtigen, aber nicht gehörnten Dionysos und eines 
Wahrscheinlich weiblichen Wesens (Ariadne   Diesen entsprechen zwei gleiche 
Hermenpfeiler d e in den vorderen Ecken des Hofes, welche beide einen bär- 
tigen Bakchos und ein weibliches Wesen darstellen. In einer noch etwas 
vorgerückten Reihe stehn sodann zunächst den Hermenpfeilern zwei seltsame 
Bildwerke f g, welche Eroten auf große Polypen verschlingenden Delphinen 
reitend darstellen, während in der Mitte eine sehr mittelmäßige Gruppe 71 
einen bocksfüßigen Pan zeigt, dem ein kleiner Satyr einen Dorn aus dem Fuße 
zieht. Endlich stehn links zwischen den Hermenpfeilern noch zwei Sculpturen, 
welche die übrigen übertreffen, nach hinten ein junger Satyr i, welcher die 
Hand über den Kopf hebt, als wolle er sich gegen die Sonnenstrahlen schützen, 
ein lebensvolles und auch nicht schlecht ausgeführtes Bildchen, weiter nach 
vorn ein in Hermenform auslaufender Satyr mit der Rohrüöte k, der ein Zick- 
lein im Arm hält und an dem eine Ziege nach ihrem Jungen emporspringt. 
Die ganze Sammlung von Sculpturen, die mit einander nichts gemein haben, 
macht einen nichts weniger als künstlerischen Eindruck, wohl aber den eines 
heiterem Lebensgenusse dienenden Raumes. Das YVasser für den Brunnen 
und den Springbrunnen wurde von der Straße her durch ein Bleirohr geleitet, 
welches zuerst in den Fauces 17 und wieder hier links von der Nische voll- 
kommen erhalten aufgefunden und noch heute nebst seinem Hahn und den 
zwei Zweigen, welche den Brunnen (Silen) und einen Springbrunnen in der 
Piscina speisten, vorhanden ist. Die Brüstungsmauern des Peristylhofes sind 
zur Aufnahme von Erde für Blumen ausgehöhlt.  
Um das Peristyl liegen: 21 ein Zimmer mit zwei Eingängen, dessen 
Bestimmung als geräumiges Schlafzimmer wenigstens in hohem Grade wahr- 
scheinlich ist, indem man nur die rechte Hälfte seiner iVände, wo als Haupt- 
bilder Narkissos  oder Aphrodite, Hlbg. N0. 304) und Apollon mit Daphne 
(Hlbg. N0. 207) hervortreten, bemalt fand, während die andere Hälfte links, 
mit dem eigenen schmalen Eingange, einfach abgeweißt ist, wie man glaubt, 
um mit Teppichen oder Tapeten (aulaea) als der eigentliche Schlafraum be- 
hangen zu werden. Als eine Art von Vorzimmer zu diesem vermuthlichen 
Schlafzimmer des Hausherrn, und vielleicht für dessen Kammerdiener be- 
Stimmt, folgt das Cubiculum 22, daneben ein ungesehmiicktes Vorrathszim- 
mer 23; hierauf finden wir rechts einen Treppenraum 24, der in den Keller 
iführte, und den Oecus 25 mit hübschen, aber kleinen Bildern, welche Eroten 
als Winzer (Hlbg. N0. 801) und spielende Knaben (Hlbg. N0. 1477) darstellen. 
Auf der gegenüberliegenden linken Seite des Peristylganges kommt man an 
der Treppe in das obere Geschoss 26 vorbei auf einen breiten Durchgangsplatz 
27 in eine kleinere Nebenabtheilung des Hauses, ursprünglich ein selbständiges 
kleines Haus, dessen Tablinum 33 jetzt den Durchgang bildet, mit einem 
eigenen Eingang 28 von einer bisher namenlosen Seitengasse, eigenem Atrium 
29 ohne Impluvium (ein kleines, nicht in der Mitte liegendes, jetzt fast ganz 
mit Erde bedecktes Bassin kann kaum als solches bezeichnet werden) , links mit 
einem nicht sicher gedeuteten Bilde (Hlbg. N0. 7 S), drei Cubiculis 30, 31, 32,
        

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