Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1874841
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Viertes Oapitel. 
Bakchos auf stierbespanntem Wagen von seinem Gefolge umgeben (Hlbg. 
N0. 379), und das dritte (Hlbg. N0. 565) die Errichtung eines Tropaeon durch 
bakchische Figuren, aber nicht Dionysos selbst, obgleich das Bild wohl auf 
den indischen Sieg des Gottes bezüglich ist. Diese drei Bilder, welche zu den 
bedeutendsten und schönsten von Pompeji gehören und uns im artistischen 
Theile noch beschäftigen werden, sind nicht, wie man wiederholt gesagt hat, 
fertig in die WVände eingelassen worden, sondern, wie das auch bei anderen 
Bildern der Fall ist, auf eigens für sie eingeputztem Stuck an ()rt und Stelle 
a fresco gemalt.  
Links vom Tablinum sind die Fauces 17, welche sich dadurch von son- 
stigen unterscheiden, dass sie, wie schon erwähnt, eine achtstufige Treppe in 
das Peristyl enthalten. An dem Theile vor dem Beginn der Treppe sind die 
Wände dieses Ganges mit zwei erwähnenswerthen Bildern geschmückt (Hlbg. 
No. 111 und 167), welche die Masken (links) des Zeus und (rechts) der Hera 
nebst Adler und Weltkugel bei jenem und dem Pfau bei dieser darstellen. 
Auf der Treppe fand man ein Gerippe und rechts liegt auf ihr das Bleirohr, 
welches dem Springbrunnen im Peristyl das Wasser zufiihrte. Der Peristylhof 
18 wird an zwei Seiten von Pfeilern umgeben, Welche durch Briistungsmauem 
mit ein paar Eingängen verbunden werden, während das Tablinum 15 an die 
dritte und eine Exedra oder ein Oecus 25 an die vierte Seite grenzt. Auf den 
Eckpfeiler links ist ein jetzt ausgehobenes Labyrinth nebst der Inschrift: 
Labyrinthes. Hie habitat Minotaurus (abgeb. Mus. Borb. XIV, tav. a) sehr roh 
mit einem scharfen Griffel in die Tünche eingeritzt gewesen. An der Stelle des 
linken Peristylganges finden wir ein kleines Zimmer 19 und einen halboffenen 
Raum 20, und in ersterem, gegenüber dem Fenster auf den Peristylhof, ein 
auf Paris und Helena bezügliches, schlecht erhaltenes Bild (Hlbg. No. 1312), 
während in dem zweiten das oben Fig. 169 mitgetheilte Bild gefunden wurde. 
Der Peristylhof ist nicht, wie gewöhnlich, durch ein Viridarium geschmückt. 
sondern in einer ganz eigenthümlichen und im Ganzen herzlich geschmack- 
losen Weise eingerichtet und verziert. Im Hintergrunde zunächst an der Mauer 
steht auf fiinfstuiigem Untersatz eine mit Mosaik, Muschelwerk und Malerei 
verzierte Brunnennische, in derselben als Brunnenfigur ein kleiner Silen. 
Dergleichen Nischen, und zwar zum Theil noch geschmackloser mit Muscheln 
verzierte, kommen auch sonst noch vor, es brauchen nur die beiden nach ihren 
Brunnen benannten Häuser della grande oder prima und della piccola oder 
seconda fontana a musaico in der Mercurstraße (Plan No. 32 und 33) und die 
Oase del granduca in der Straße der Fortuna (Plan No. 62) genannt zu werden; 
im Übrigen aber ist die Decoration des Hofes hier einzig. Das Wasser, welches 
die Brunnenfigur ausgoss, floss über die Stufen des Unterbaues der Nische 
herab, wurde unten durch eine flache Marmorrinne gesammelt und in eine 
runde Piscina in der Mitte des Hofes geleitet, in der ein Springbrunnen an- 
gebracht ist- Um dißSe PiScina herum sind nun zunächst allerlei Thiere von 
Marmor, aber von ganz verschiedener Größe, aufgestellt, unter denen eine 
Ente, zwei liegende Kühe (auch diese von verschiedenem Maßstabc), zwei 
Kaninchen und zwei Ibisse genannt werden mögen. XVeiter hinaus 51391111 
dann zwei Reihen von Sculpturwerken ; zunächst am Brunnen zwei Hermen-
        

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