Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1874829
316 
Viertes Capitel. 
vier Bildchen erkannt werden können, welche mit Thieren spielende Genien 
darstellen (Hlbg. N0. 778. 792. 845), in einer obern Reihe links ein, wie es 
scheint, allegorisches Bild, in dem die Personification Afrikas mit einer Ele- 
phantenexuvie auf dem Kopf (Hlbg. N0. 1116) erkannt wird, rechts eine Frau 
mit Fruchtschale, in der Mitte eine solche mit einem F üllhorne, außerdem sechs 
Genien. In diesem Zimmer wurde ein 1 M. hoher Candelaber gefunden. 
Auch in dem Zimmer N0. 6 sind nur zwei Bilder außer den Decorations- 
malereien vorhanden, das eine, an der Hinterwand, derb obscön, Faun und 
Nymphe darstellend (Hlbg. N0. 562), das andere links (ausgehoben) den so 
vielfach wiederholten Narkissos, der sich im Quell bespiegelt (Hlbg. N0. 1354), 
das dritte rechts stellt Aphrodite mit Eroten dar (Hlbg. N o. 820 b)  Unter den 
Decorationen in den oberen Reihen kehren Mädchenfiguren mit verschiedenen 
Attributen wieder (Hlbg. N0. 932. 17986. 1820. 1947). Endlich das Zimmer 
No. 7 enthält an der untern Abtheilung seiner WVände eine Reihe kleiner 
Gemälde bald in rundem, bald in viereckigem Rahmen, unter denen rechts 
ein Polyphem, der Galateas Brief empfängt (Hlbg. N0. 1049), in der Mitte eine 
angelnde Frau ("Hlbg N0. 354) und links (jetzt ausgehoben) eine Darstellung 
von Phrixos auf dem Widder, von dem Helle in's Meer stürzt (Hlbg. N 0. 1253); 
zu nennen ist, beides mehrfach wiederholte Gegenstände. Die Rundbilder 
zeigen die Brustbilder der Aphrodite mit Eros (Hlbg. N0. 277) und diejenigen 
des Zeus (Hlbg. No. 99, sehr zerstört) und- der Hera (Hlbg. N0. 159), beide 
einander entsprechend an der Eingangswand. In der obern Abtheilung der 
Hinterwand ist eine N ike mit Kranz und Palme auf einem Zweigespann gemalt 
(Hlbg. N0. 939), an den Seitenwänden finden wir Thierstücke (Hlbg. N0. 1521. 
14588). Darüber Mädchen auf Globen stehend (Hlbg. N0. 453. 471), sowie 
an der Hinterwand seitwärts weibliche Genien (Psychen) mit Schmetterlings- 
fiügeln (Hlbg. N0. 830). 
An der gewöhnlichen Stelle liegen im Verfolge der-Gemächer um das 
Atrium die Alae 8 und 9. In der Ala rechts N0. 8 sind über einem Sockel, 
der weißen, leichtgeaderten Marmor nachbildet und einer rothen Borde mit 
Meerungethümen auf hauptsächlich gelbem Grunde, der hie und da roth ge- 
worden ist, die Stellen von sieben ausgehobenen Bildern, die Wir in Neapel 
zu suchen haben (Hlbg. N0. 1455. 1458. 647. 835. 839. 840). Der eine 
Stufe über das Atrium erhobene Fußboden ist von weißem Mosaik mit 
schwarzen Linien. Bei der linken Ala N o. 9, unter deren Bildern eine bessere 
und eine schlecht erhaltene Komoedienscene (Hlbg. N0. 1466. 1474) her- 
vcrzuheben sind, und deren Fußboden nur aus opus Szyninum besteht, kehrt 
ein Umstand der Anlage wieder, den wir im Hause des Sallust gefunden 
haben, dass nämlich dieselbe nach hinten nicht geschlossen ist, sondern 
einen Dllrßhgang bildet, dort nur zur Treppe des obern Stockwerks, in 
dem vorliegenden Falle zu mehren Räumen, welche den Bedürfnissen des 
Haushalts dienten. Und zwar öffnet sich die Ala einerseits in ein dunkeles 
und durchaus ungeschmücktes Gemach 10, welches nur Von-athskammer ge- 
wesen sein kann, andererseits nach hinten auf den gemeinsamen VQrplatz 11 
des für zwei Personen eingerichteten Abtritts 13 und der durch Fenster auS 
dem Raume 39 dürftig, besser vielleicht durch Oberlicht erleuchteten Küche
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.