Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1874790
Die Privatgebäurle. 
Die Wohnhäuser. 
16. Üasa di Meleagro. 
313 
zu Grunde gegangen sind. Der Fußboden aus opus Signinunz zeigt ein mit 
kleinen Steinen eingelegtes Muster. Endlich haben wir noch eines an der 
entgegengesetzten Ecke des Peristyls gelegenen Zimmers 29 Erwähnung zu 
thun, welches sich freilich auch gegen das Atrium öffnet, allein zum Peristyl 
durch ein breites Fenster neben der Thür einen noch bestimmtem Bezug hat. 
Die hellblauen Wände über rothem Sockel und mit weißem obern Theile sind 
reich mit architektonischen Ornamenten, schwebenden Figuren und mytholo- 
gischen Bildern bemalt, von welchen letzteren wir eines (Hlbg. N0. 205, der 
es irrig in das Peristyl setzt) hervorheben, welches Apollon mit einem nicht 
benennbaren Geliebten darstellt; der Fußboden besteht aus schwarzem Mosaik 
mit weißem Rande. Für ein tricliniznn fenestratum erscheint das Zimmer zu 
klein; wir können in Betreff seiner Bestimmung nur sagen, dass es, nach 
Norden geöffnet, einen angenehmen Sonnneraufenthalt bieten musste. 
Es bleibt nur noch übrig, einen Blick in die WVirthschaftsräume dieses 
stattlichen Hauses zu werfen, die sämmtlich an dem Gange 30 liegen, welcher 
neben dem Tablinum 8 beginnt und rechtwinkelig umbiegend an der von 
mehren Fenstern durchbrochenen Hinterwand des Hauses hinläuft; an seinem 
Ende ist er antik vermauert; einst aber mündete er auf einen von der hintern 
Straße, dem Vica del Fauna, zugänglichen Hof, der also in einer frühern 
Periode zum Hause gehört haben muss. Verfolgen wir ihn in diesem seinem 
Verlaufe, so begegnen wir zuerst einem überwölbten Zimmer 31 mit zwei 
Bettnischen; nach seinen sehr geringen Malereien auf weißem Grunde zu 
schließen, war es in der letzten Zeit von Sclaven bewohnt; doch deutet der 
sehr gute schwarz-weiße Mosaikfußboden darauf, dass es einst eine andere 
Bestimmung hatte. Hinter diesem liegt in 32 eine die Treppe ersetzende ge- 
neigte Rampe, welche in den obern Stock führte, dessen Zimmermauern zum 
Theil über denen des Erdgeschosses erhalten sind. YVir verzichten darauf, die 
vier Räume 33-36 genauer zu benennen und erkennen in ihnen nur Wirth- 
Schaftsräume unbekannter Bestimmung. Das erste Zimmer links an dem 
zweiten Flügel des Ganges, N0. 37, können wir als Sclavencubiculum be- 
trachten, obgleich es einen freilich sehr gewöhnlichen Mosaikfußboden hat. 
Nun folgt die Küche 38 mit leidlich erhaltenem gemauerten Heerd und einer 
Cisternenmündung. Über dem Heerde bei u fand sich noch ein Gemälde, 
welches (Hlbg. N0. 37), obwohl es in der Hauptsache nur die vielbekannten 
heerd- und hausbeschützenden Genienschlangen darstellt, dadurch sehr merk- 
würdig ist, dass es diese um einen nabelförmigen Stein gewunden zeigt, in 
Welchem ein uraltes Symbol der Göttin des Hauses, Hestia oder Vesta nach- 
gewiesen ist 134). Von der Treppe 39 zur Gallerie des Oecus ist bei diesem 
bereits gesprochen; an dem Abtritt 40 gehn wir stillschweigend vorüber, und 
Von den kleinen und schmucklosen Zimmern 41, 42 und 43 ist nichts zu 
sagen, als dass sie wahrscheinlich Sclavencubicula für die in einem so vor- 
nehmen Hause natürlich zahlreiche Dienerschaft gewesen sind.  Von den in 
diesem Hause bei der Ausgrabung gefundenen Gegenständen sind einige schon 
bei den einzelnen Gemächern genannt worden; der Rest, mannichfache Ge- 
räthe lund Gefäße, Thürangeln, Thürbeschläge und Beschläge von allerlei 
Moblhen, Glas- und Thongefäße u. dgl., welche in den Tagebüchern (Pomp-
        

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