Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1874703
304 
Capitel. 
Viertes 
hatte, sondern 17, 20 und 28 nur ein großes, wie es scheint ziemlich schmuck- 
loses Zimmer bildeten. Das Tablinum 19 ist nach vorn ganz offen, nach hinten 
durch eine niedrige Brüstungsmaucr geschlossen und links zwei Stufen auf- 
wärts in ein größeres Gemach 22 geöffnet, in welchem man viel wahrschein- 
licher das Sommerspeisezimmer, als cine Bibliothek oder Pinakothek erkennt. 
In diesem Gemache ist an der Hinterwand bei e an der Stelle einer vermauerten 
Thür aus dem Atrium eine blinde Thiir gemalt, welche nächst der blinden 
Thür im Gebäude der Eumachia mit als Grundlage zur Reconstruction der 
verbrannten Holzthüren Pompejis dienen kann; die Thür aus dem Tablinum 
ist erst nachträglich durchgebrochen worden 132)  Durch die Fauces gelangt man 
in den Säulengang 21 des kleinen Gartens, von dem gleich die Rede sein soll, 
nachdem die Gemächer kurz bezeichnet worden sind, welche von diesem 
Säulengang ihren Eingang haben. Es sind dies außer dem Triclinium 22 ein 
kleines Zimmer 23, welches von dem Garten hinter der Bäckerei durch ein 
Fenster sein Licht erhält und als Cella des Gärtners gelten kann; sodann hinter 
dem Schrank 17 ein kleines Schlafzimmer 28, gegenüber der Abtritt n und 
neben demselben der hintere Ausgang, das posticmn, durch einen Raum un- 
bekannter Bestimmung 27, von dem man wegen des benachbarten Abtritts 
vermuthen kann, dass er in einer frühern Periode einmal als Küche gedient 
hat ; endlich hinter einem an 27 vorbeiführenden Gange ein großer, jetzt ganz 
schmuckloser, aber nie besonders decorirt gewesener Raum 26, aus welchem 
einige Schriftsteller augenscheinlich verkehrt ein Bad machen wollen, während 
Andere, wie Mazois, hier die Küche erkennen. Diese berufen sich auf das mit 
m bezeichnete Mauerwerk, welches zerstört aufgefunden, restaurirt und wieder 
zerstört worden ist, und welches der Heerd sein soll, aber gewiss nicht ist. 
          Eher könnte man hier den 
  y   Arbeitssaal der Sclaven ver- 
   I:  g; 2 muthen; es steht aber nicht 
jgi i         einmal fest, dass dieser Raum 
      bedeckt war. Rechts an den1 
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        Müll? Ä fifge ' 5 d? mw (ienselbgn 
 ,l [W     i,   Ü, Treppe 111 das obere Geschoss. 
 llll  52H" l    " 7    Von dem freilich sehr klei- 
           i teressant angelegten Garten 
      "       kann man sich durch die auf 
3," n iwlilll "h i, {i V_    durchaus sicheren Elementen 
 H"   w;  5   beruhende Restauration (Fig. 
i,  1     'l67) leichter als durch eine 
f,       ql,   Schilderung in Worten einen 
     "M,  Eindruck verschaffen. Da zur 
Fig. 167. Restaurirte Ansicht des Gartens. Anpflanzung von Bäumen 
und Gesträuchen zu wenig 
Raum vorhanden war, hat man sich hier wie in einigen anderen Beispielen in 
Pompeji begnügt, einen unregelmäßigen und um ein paar Stufen über den
        

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