Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1874513
Die Privatgebäude. 
Die Wohnhäuser. 
Casa de! poeta tragico. 
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verwandelt worden: in der mit jüngerem weißen Stuck bekleideten Rückwand 
sieht man drei Reihen von Löchern für die Balken, auf denen die Bretter 
ruhten. 7 Ala; 8 Tablinum; 9 Fauces; 10 Peristylium mit Säulenumgang an 
drei Seiten und einer Hauscapelle 11 an der Hinterwand, in der man die 
Marmorstatuette eines Satyrn fand, welcher Früchte im Bausche eines um den 
Hals gekniipften Felles trägt: 12 ein Cubiculum, nicht Bibliothekzirnmer, 
Wie vielfach gesagt ist und zwar unter dem Eindruck, dass hier ein Dichter 
wohnte; 13 Küche, in deren Vorraum die Treppe zum obern Geschoss des 
Hinterhauses liegt, unter derselben der Abtritt. 14 Cubicula, 15 Sommertri- 
ßlinium, geräumig und heiter, mit der Aussicht auf das Viridarium im Peri- 
stylhofe, 16 Posticum auf die Strada dellafullonica, welche seitwärts an diesem 
Hause vorbeiführt. 
Wir durchwandern die bezeichneten Räume noch einmal, um uns den 
Bilderschmuck in seinem Reichthum und in seiner Anordnung zu vergegen- 
wärtigen. Im Atrium finden wir (jetzt freilich meistens ausgehoben und in 
das Museum geschafft) abgesehn von decorativen Malereien, folgende Haupt- 
bilder: bei a Zeus" und Heras heilige Hochzeit; denn so, nicht als die aus 
dieser abgeleitete Scene auf dem Ida nach dem 14. Gesange der Ilias, wird 
man nach den mannichfachen neueren Erörterungen über dasselbe dies schöne 
Gemälde (Hlbg. Nr. 114) benennen müssen, das jetzt im Museum ist. b. Hier 
befand sich ein schon bei der Ausgrabung stark beschädigtes Gemälde (Hlbg. 
N0. 294), darstellend eine nackte Aphrodite wesentlich in der Stellung der 
bekannten Statue der s. g. Mediceischen Venus in Florenz, zu ihren Füßen 
eine Taube oder ein Taubenpaar; Gell macht (N. Pomp. II, p. 148) großes 
Wesen von demselben, ja vergleicht das Colorit mit dem Tizians. Jetzt ist 
nichts mehr von dem Bilde zu sehn, man kann also auch nicht sagen, wie 
weit dessen Lob übertrieben ist. c. Übergabe der Briseis durch Achill an die 
Herolde des Agamemnon (Hlbg. N0. 1309), vielleicht das berühmteste aller 
pompejanischen Gemälde, das im artistischen Theil abgebildet und besprochen 
werden soll (ausgehoben). d. Chryseis Einschiffung nach Ilias I, 310, oder nach 
neuerer, nicht unwahrscheinlicher Erklärung Helenas Entführung (Hlbg. N0. 
1308 u. Nachtrag S. 461, ausgehoben); e an Ort und Stelle, Fragment, ein 
Triton, der, begleitet von einem Eros auf einem Delphin, ein Seepferd am 
Zügel zu führen scheint, auf Welchem zwei Figuren gesessen haben, von denen 
nur noch die Füße erhalten sind, wahrscheinlich eine, näher nicht erklärbare 
Darstellung aus dem Leben (der Liebe) der Meergötter (Hlbg. N0. 1092); 
f stark zerstörtes Bild, an Ort und Stelle, von dem nur die Füße mehrer 
Figuren erhalten sind. Von den Gemächern um das Atrium ist nur das größere 
links mit nennenswerthen Gemälden geziert; in ihm finden wir und zwar 
sämmtlich noch an Ort und Stelle : g Entführung der Europe (Hlbg. N0. 129, 
jetzt ganz zerstört), k Phrixos und Helle (Hlbg. N0. 1256, erhalten ist nur 
das Brustbild des Phrixos mit blauem Nimbus) und 2' Apollon und Daphne, 
obscönes, jetzt ebenfalls stark zerstörtes Gemälde, dessen Gegenstand zu den 
häufigeren in Pompeji gehört (Hlbg. Nr. 210). Nach Helbig (N0. 296) wäre 
8.11011 110011 eine Venus Pompeiana hier dargestellt gewesen, was zweifelhaft ist, 
Im Fries dieses Zimmers ist ein Kampf von Fußgängern gegen Amazonen auf
        

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