Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1874496
Die Privatgebäude. 
Die Wohnhäuser. 
Casa del poeta tragico. 
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Peristyl liegt. Der anstoßendc Laden mit seinen Hinterzimmern 24 gehört 
nicht zum Hause; er wird nach einigen, aber kaum entscheidenden Anzeichen 
einem Gemüsehändler zugeschrieben, hat uns aber hier nicht zu beschäftigen. 
(N0. 11.) Die durchweg der römischen Periode angehörende und deshalb 
den alten Typus in etwas modificirter Gestalt zeigende Casa del poeta 
tra gico oder C asa omeri ca, gegenüber den älteren Thermen an der Strada 
delle terme belegen und 1824-1825 ausgegraben (VI, 8, 5; N0. 35 im Plane), 
verdankt ihren erstern Namen insbesondere einem Gemälde , in welchem man 
irrthiimlich eine Leseprobe erkannte (s. unten), und einem Mosaik im Tabli- 
num, welches auf das Theater Bezug hat, den letztern den zahlreichen Ge- 
mälden aus den homerischen Gedichten (namentlich der Ilias), mit denen fast 
alle Wände bedeckt waren. Durch diesen Bilderschmuck, der, wenigstens theil- 
weise, zu dem Vorziiglichsten zählt, was Pompeji aufzuweisen hat, und durch 
die edle Eleganz der Einrichtung ist dies Haus eines der berühmtesten der 
Stadt geworden und ist dasjenige, welches Bulwer in seinem Roman als die 
Wohnung seines feingebildeten Atheners Glaukos betrachtet. Die Annahme 
nun freilich, der Bewohner dieses Hauses sei ein tragischer Dichter gewesen, 
lässt sich nicht rechtfertigen; aber auch die, dass er Goldschmied gewesen sei, 
welche von Gell ausgegangen ist, ist unhaltbar. Diese Vermuthung stützt 
sich auf die Behauptung, in den mit dem Hause zusammenhangenden Iräden 
sei eine Menge Goldschmiedewaaren nebst Geräthen der Goldschmiedekunst 
gefunden worden; allein die Ausgrabungsberichte m) zeigen, dass der aller- 
dings nicht unbeträchtliche in diesem Hause ausgegrahene Goldschmuck zu 
den Läden in keiner nähern Beziehung stand, sondern vielmehr aus dem 
obern Stockwerk mit dessen Mosaikfußboden herahgestiirzt, folglich weit eher 
als der Schmuck der Frau vom Hause, denn als die Waare des Hausherrn zu 
betrachten ist. Sei deswegen der Besitzer dieses Hauses gewesen wer oder
        

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