Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1871299
Geschichtliche Notizen über Pompeji bis zur Verschüttung. 
in einigen Inschriften genannter kvaisstur d. i. Quaestor (das. S. 183) und 
Zwei Aedilen ((150558), sowie ein kombennieis d. i. conventus, in anderen 
Städten auch Semlius genannter Rath, in dessen Händen die Wahl der Magi- 
strate und die oberste Staatsgewalt gelegen zu haben scheint. 
Die 3011011 berührte erste geschichtliche Erwähnung PompejiS bei Livius 
IX, 33 fällt in" das Jahr 310 v. u. Z. Im zweiten Samnitenkriege, Während 
der Consul C. Marcius Rutilus den Samniten die Bergfeste Allifae und die 
Herrschaft im Vulturnusthal entriss, landete der Flottenführer P. Cornelius 
mit seinen Kriegsschiffen bei Pompeji, in der Mündung des Sarnus, von wo 
eln Theil der Flottenmannschaft plündernd im Gebiet von Nuceria flussauf- 
wärts vordrang. Sie fanden keinen Widerstand; dadurch sorglos gemacht, 
zogen sie nach vollbrachter Plünderung ohne die nöthigen Vorsichtsmaßregeln 
wieder den Schiffen zu. Indess die Bewohner des Sarnusthals waren nicht 
gemeint, sich das Ihrige so gutwillig entreißen zu lassen; sie retteten sich 
zusammen, folgten den heimkehrenden Plünderern, erreichten sie nicht weit 
von den Schiffen, erschlugen einen Theil derselben und nahmen ihnen die 
Beute ab; die Überlebenden flohen in größter Angst und Eile auf die Schiffe. 
Wir dürfen wohl kaum annehmen, dass auch die Pompejaner an dieser Waffen- 
that betheiligt waren. Livius spricht nur von Landbewohnern (agrestes); auch 
ist es nicht glaublich, dass P. Cornelius seinen Mannschaften erlaubt haben 
sollte, am rechten Sarnusufer zu plündern, unter den Mauern der festen Stadt, 
welche, dicht am Landungsplatz gelegen, ihnen sofort den Rückzug abgeschnitten 
haben würde. Ohne Zweifel lag das von den Römern geplünderte Gebiet von 
Nuceria auf dem linken Ufer, und waren die Plünderer gegen einen Überfall 
seitens der Pompejaner dadurch geschützt, dass die Stadt durch die römische 
Flotte cernirt war. Aber so wenig dieser locale Sieg über eine römische Heeres- 
abtheilung, wie die vielen und glänzenden Erfolge der Samniten über die römi- 
schen Eroberer im ersten und zweiten samnitischen Kriege (343-304) und 
die verzweifelten Anstrengungen des dritten samnitischen Krieges (298-290) , 
konnte das endliche Schicksal Samniums und der von Samniten abhängigen 
und besetzten Landstriche, die gänzliche Unterwerfung unter Rom, abwenden. 
Pompeji war von jetzt an durch ewiges Bündniß mit Rom vereinigt und zur 
Heeresfolge verpflichtet, blieb aber im übrigen formell selbständig, behielt 
seine eigene Verfassung und Verwaltung, und auch die oskische Sprache wird 
die herrschende geblieben sein. Dass freilich jetzt römische Sitte und Sprache 
vielfach Eingang fand, dürfen wir sicher annehmen. Wenn die oskischen 
Inschriften uns beweisen, dass schon vor der völligen Romanisirung es hier 
Magistrate mit römischer Benennung (lwaisstur, aidilis) gab, so kann es kaum 
zweifelhaft sein, dass diese Benennungen in der Zeit nach den Samnitenkriegen 
aufgekommen sind. 
Im zweiten punischen Kriege, nach Hannibals glänzendem Siege bei 
Cannae, fielen die Samniten und fast alle anderen Stämme und Städte Unter- 
italiens von den Römern ab und wandten sich dem karthagischen Sieger zu. 
Es ist wahrscheinlich  obgleich bestimmte Nachrichten fehlen  dass auch 
Pompeji, Capuas Beispiele, folgend, wo die Volkspartei Hannibal die Thore 
geöffnet hatte, mit Hilfe karthagischer Waffen seine Unabhängigkeit von Rom
        

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