Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1874434
Die Privatgebäude. 
Die Wohnhäuser. 
Chsa del chirurgo. 
279 
auf Polyphem und Galatea bezieht (Hlbg. N0. 1052), ein viertes endlich (Hlbg, 
N0. 1393) unerklärt ist. In dieses Gemach ist man bei Nachgrabungen wahr- 
scheinlich bald nach der Verschiittung durch ein Loch in der rechten Wand 
gedrungen, welches man jetzt, wie manche andere dergleichen an verschiedenen 
Stellen der Stadt, als besondere Merkwürdigkeit zeigt; möglich, dass grade in 
diesem Hause mancherlei Kostbarkeiten begraben lagen; auf recht reichlichen 
Hausrath lassen wenigstens eine nicht unbeträchtliche Reihe von Gegenständen, 
aus Bronze, Thon und Glas schließen, die man hier nebst Esswaren, nament- 
lich vielen Eiern, ausgegraben hat. In dem Fußboden des Atrium hinter dem 
Brunnen und vor dem Tablinum lag ein jetzt in das Museum geschafftes Mo- 
saik, welches eine Maske darstellt und zu den besseren von Pompeji gehört. 
Wir geben hiernächst den Plan eines dritten etwa gleich geräumigen 
Hauses und lassen den eines vierten und fünften folgen, um eine möglichst 
genaue Vorstellung von der Mannichfaltigkeit der Hausanlagen Pompejis zu 
geben, die immer nach dem Bedürfniss und dem Raum variiren, der zu bebauen 
war, und doch fast immer nach antiken Begriffen sehr bequeme Wohnungen 
darstellen. 
(N0. 8.) Dieses Haus, das s. g. del chirurgo an der Via consolare (VI, 1, 
10; N0. 7 im Plan), ausgegraben l 770 und 71, war wohl eine der ansehnlichsten 
Wohnungen der ersten uns bekannten Bauperiode, der Zeit der Kalksteinatrien, 
und seine Facade (s. unten) bietet eines 
der bestenMusterener Bauweise 124). Der  i  
wohl erhaltene alte Theil, die Räume pifä gg 
1-10, den letzten zur Hälfte, umfassend,    
ist wenig ausgedehnt, aber fast v0llk0m-    L, I;  
men regelmäßig und symmetrisch in der A llll h)" " ß 
Anlage; die Unregelmäßigkeit des Ge- 2'  W q" 
sammtplanes riihrt von einem theilweisen  l m l H In 
Umbau in der römischen Periode her. 7 
Das Ostium l mit der Thiir unmittelbar  J 8 '12 
an der Straße, ist von mehr als der ge- .1 m u 
wöhnlichen Breite; der daneben links f I f b 
liegende Laden 2 steht im Zusammen- a. d" , h. _ 
bange mit dem Hause; in ihm wurden  3 
also die Waaren des Hausherrn feilgehal- 2 11 r  gäb? 
ten, seien dies Producte des Ackerbaus, H g, gggggsgggäiägägägä 
seien es solche eines Gewerbes gewesen.  
Sollte wirklich der Bewohner dieses   
Hauses ein Chirurg gewesen sein, wie  Fig. 155. Plan der Uasa delchirurgo. 
man nach Maßgabe der Auffindung von 
allerlei chirurgischen Instrumenten in einem Zimmer (wahrscheinlich N0. 9 
oder 10) im Innern des Hauses annimmt 125), so würde man vielleicht sogar 
daran denken können, dass derselbe oder ein Gehülfe, wie mehr als einer 
seiner Berufsgenossen im heutigen Neapel, in diesem Zimmer an der Straße 
manche der weniger tief eingreifenden Verrichtungen seiner Kunst vor- 
genommen habe. Wie freilich damit die hier zerbrochen aufgefundenen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.