Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1874425
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Viertes Capitel. 
geschwärzte Nische für eine Lampe; 6 Ala; von der Umgestaltung der 
linken Ala war schon die Rede; 7 Küche mit Heerd, Abtritt und einem 
Tisch auf drei gemauerten F üßen; 9 Fauces; 10 Tablinum; 11 Winterspeise- 
zimmer; 12 Peristylium, welches den Garten mit der 2,60 M. großen und 
1,35 M. tiefen Piscina 13 nur an zwei Seiten mit dorischen, unten roth be- 
malten und durch eine Brüstungswand (pluteus) verbundenen Säulen umgiebt. 
Die Säulen glichen ursprünglich denen der (Tara di Adone und sind auch in 
ähnlicher Weise umgestaltet worden: unten glatt und roth, oben weiß mit 
dorischen Canneluren. Über einer dieser Säulen steht noch ein Stumpf einer 
zweiten leichterer Ordnung, zum Beweise, dass oben eine Gallerie um den 
Hof führte, auf welche die Zimmer des obern Geschosses ausmündeten. 14 Som- 
mertriclinium; 15 Exedra; 16 Posticum, an dem die Treppe zu dem obern 
Stockwerk und ein Abtritt liegt ; 17 Kaufläden ohne Zusammenhang mit dem 
Hause. Die malerische Decoration ist reich. Im Atrium finden wir rechts 
schwebende Figuren der Horen (Hlbg. No. 987, 998) ; das erste Cubiculum 4 
zeigte auf seinen drei Wänden Danaö, auf welche Eros den goldenen Regen 
ausgießt (Hlbg. No. 116, ausgehoben), Leda (Hlbg. No. 145) und ein angelndes 
Mädchen, nach gewöhnlicher Benennung Aphrodite (Hlbg. N0. 346), eine der 
in Pompeji oft wiederholten Darstellungen; in dem zweiten Zimmer 4 finden 
wir auf der Hinterwand eine reiche Architektur und in derselben, sehr stark 
verblichen, in ungewöhnlicher Art mit der Architektur verbunden, Achill auf 
Skyros unter den Töchtern des Lykomedes von Odysseus erkannt und entlarvt 
(Hlbg. No. 1301), ein ebenfalls in Pompeji mehrfach wiederholter Gegenstand. 
Auf den Wänden des Tablinum war rechts Daedalos dargestellt, welcher der 
Pasiphaö die von ihm gefertigte Kuh bringt (Hlbg. No. 1206), und links The- 
seus, der von Ariadne den Knäuel empfängt, vermöge dessen er den Ausgang 
aus dem Labyrinth finden wird (Hlbg. No. 1211, beide ausgehoben), außerdem 
zwei Mal Nike (Hlbg. N0. 904, 918) und schwebende Gruppen nicht sicherer 
Bedeutung (Hlbg. No. 1953); schwebende Gruppen bakchischen Charakters 
(Hlbg. N0. 519, 521) schmücken auch die Wände des Wintertriclinium 11. 
Die Hinterwand des Peristyls 12 ist ganz mit dem noch jetzt an Ort und Stelle 
befindlichen Bilde bemalt, von dem das Haus seinen gewöhnlichsten Namen 
trägt (Hlbg. No. 1520), darstellend eine Jagd und Thierkämpfe, in Scenen, 
welche die V enationes im Amphitheater darbieten mochten, welche aber hier 
in die freie Natur und zwar in eine ziemlich bedeutend gehaltene wilde Ge- 
birgsgegend verlegt sind, in der wir doch wohl schwerlich ein Muster der 
Decorationen der Arena erkennen dürfen; die der Exedra gegenüberliegende 
WVand desselben Viridariums ist mit zwei Landschaften mit Staifage geziert; die 
Figuren der einen stel1en,jetzt schwer erkennbar, Polyphem und Galatea (Hlbg. 
N o. 1043), die der andern eine Opferscene (Hlbg. No. 1555) dar. Die YVände der 
Exedra 15 haben oder hatten nur mittelmäßige Bilder; eines, welches angeb- 
lich APCÜOIIS Aufenthalt bei Admet, richtiger wohl den Gott mit einem nicht 
bestimmbaren Geliebten (Hlbg. No. 221), und ein zweites, welches Artemis im 
Bade von Aktaeon belauscht (Hlbg. No. 250) darstellt, sind, das letztere stark 
zerstört, an Ort und Stelle, während das dritte, seiner Obscönität wegen in 
ein besonderes Zimmer des Museums in Neapel versetzte, sich wahrscheinlich
        

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