Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1874419
Die 
Die Privatgebäude. 
Wohnhäuser. 
Casa della caccia antica. 
277 
einem Marmordeckel geschlossen. Ein hinterer Ausgang, posticuna, 15 neben 
dem Oecus, führt in ein ursprünglich selbständiges, dann mit dem unsrigen 
verbundenes Haus, welches seinen Eingang von der Straße der Fullonica hat. 
Eine Küche können Wir nicht nachweisen; denn auch in dem erwähnten 
Nebenhause finden wir nur eine sehr dürftige, keinenfalls für ein so offenbar 
wohlhabendes Haus genügende Kochvorrichtung. Wir müssen also wohl an- 
nehmen, dass sich die Küche im Oberstock befand. An der Wand des Peri- 
styls 14, dem Triclinium gegenüber, befindet sich das große Gemälde, welches 
dem Haus den zweiten Namen der Oasa di Adone ferito gegeben hat, der 
Verwundete Adonis von Aphrodite und Liebesgöttern beklagt, eines der 
bedeutendsten und durch die an ihm besonders deutlich nachweisbare Fresco- 
technik (auf die zurückgekommen werden soll) interessantesten Bilder in 
Pompeji (Hlbg. N0. 340); zu beiden Seiten ist zwei Mal mit hübschen Vari- 
anten, als Marmorgruppe weiß vor den rothen Pfeilern Achills Unterweisung 
im Lyraspiel durch Cheiron (Hlbg. N0. 1295) gemalt (links schlecht erhalten), 
rechts davon, ungleich roher, ein über einem Brunnenbassin auf einer runden 
Marmorbank schlafend liegender Satyr, mit dem linken Arm auf einen 
Schlauch gestützt (Hlbg. N0. 436), im Hintergrund ein Garten. 
(N0. 7.) Oasa della caccia antica oder di Dedalo e Pasifae, 
an der Ecke der Fortunastraße und des Vice storto, VII, 4, 48 (im Plan N0. 64), 
ausgegraben 1832 und die folgenden Jahre. Auch dies Haus stammt aus der 
Tuffperiode; auf einen ersten Umbau (Anfang der Kaiserzeit?) gehn die 
Räume links am Peristyl, von 15 an, zurück; durch einen spätern, wahrschein- 
lich nach dem Jahr 63, erhielten 10 und 11 ihre jetzige Gestalt; das Tablinum 
10 war vorher wahrscheinlich auch nach hinten in ganzer Breite geöffnet; 
ferner wurde damals die linke Ala getheilt in einen zur Küche 7 führenden 
Gang und einen fast ganz offenen Raum 5', der vielleicht als Schrank diente 
oder einen solchen enthielt. Die Malereien stammen alle aus der letzten Zeit 
Pompejis. Die Facade an der Fortunastraße (rechts auf dem Plan) und am 
Vice storto (unten) bis jenseits der 
Ladenthür besteht aus Tuffqua- 12 4 v ß w w M M" w w 
dern ; die Pfosten der 4, 07 M. hohen ä 
Hausthür sind als Pilaster behan-  , 4 , f , 
delt, mit Tuffwürfeln statt der Ca-      
pitelle. Die Eingänge der Läden fx ) ß  '15 
sind noch höher.     2 1 I 
1 Eingang mit Thür gleich an i l ß 1 2  f 
der Straße; 2 Atrium: 3 sehr kleines _ "f E M M ß s" d" M"    
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das zweite rechts (4) ziemlich sorg-    "f  
faltig ausgemalt ist und Vigneight Fig. 154. Plan der Casa della caccia antica. 
vom Hausherrn benutzt wurde; die 
beiden links mochten, ihrem Aussehn nach, für Sclaven bestimmt sein; 
das 81'816 rechts dient jetzt zu Verwaltungszwecken. Auch der fensterlose 
Raum 8 War wohl eine Sclavencelle; in der linken Wand ist eine von Rauch
        

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