Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1874409
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Capitel. 
Viertes 
mit dem Nachbarhause durch 15 verbunden. Decorationsreste ersten Stils be- 
wahrt 4 rechts vom Eingang. Einfache Decorationen dritten Stils, aus der Zeit 
nach dem frühern Umbau, sind in demselben Cubiculum 4, im Atrium und 
in 9 erhalten; alle übrigen Malereien zeigen den Stil der letzten Zeit. 
Zur Verständigung über die Räumlichkeiten und deren Bestimmung 
werden hier wie bei den folgenden Plänen wenige Worte nebst dem Verweis 
auf die Zahlen des Planes genügen, denen andere Notizen hinzugefügt werden 
sollen, wo die aufgefundenen Gemälde, Sculpturen oder Mobilien dazu ver- 
anlassen. Die Facade ist schmucklos; ursprünglich traten die Thürpfosten als 
Pilaster vor, später aber ist alles gleichmäßig mit grobem weißen Stuck über- 
zogen worden. Auf den Pfosten der 4,20 M. hohen Thür liegen statt der 
Capitelle einfache rechteckige Tuffblöcke, wie häufig in Häusern der Tuff- 
periode. 1 Eingang oder Ostium mit der Thür unmittelbar an der Straße und 
einer zweiten Thür bei der Einmündung ins Atrium; 2 Atrium; 3 marmor- 
bekleidetes Impluvium; 4 Cubicula, von welchen das rechts vom Eingang, 
durch einen schwarzweißen Mosaikfußboden ausgezeichnet, vielleicht vom 
Hausherrn selbst benutzt wurde ; das zweite links am Atrium 4', dessen Wände 
nur mit Ziegelstuck bekleidet sind, war wohl für einen Sclaven bestimmt; 
4" Durchgangsraum zur Treppe 5 : sowohl 4" als 5 waren früher von der Straße 
zugänglich; 6 Platz eines großen Schrankes, dessen gemauerter Untersatz 
erhalten ist: wie schon oben (S. 261) bemerkt, ist in vielen Häusern eine 
der Alae ganz oder zum Theil, je nach ihrer Größe, durch einen solchen 
Schrank ausgefüllt worden, wie es scheint, nicht vor der Zeit des dritten 
Decorationstils; für eine zweite Ala gegenüber war bei dem beschränkten 
Areal kein Raum; 7 Tablinum, aus dem man über eine Stufe in das höher 
liegende Peristyl 13 gelangt; 8 Fauces; links am Tablinum, wo das Areal 
breiter zu werden beginnt, liegt an einem gangartigen Vorraum 9a ein Ge- 
mach 9, welches wir als die hierher verschobene Ala betrachten können, 
angelegt als man die eigentliche Ala in einen Schrank verwandelte; 10 Cu- 
biculum mit einigen weniger bedeutenden und schlechterhaltenen Gemälden 
bakchischen Inhalts, deren eines ausgehoben ist {Hlbg N0. 547, 548); 
11 triclivzium fenestratum, gegen das Peristyl mit einer Thür und niedriger 
Brüstungsmauer geöffnet; in ihm befindet sich an der Wand links vom 
Eingänge aus dem Peristyl das Bild der Schmückung des Hermaphroditen 
(Hlbg. N0. 1369), an der Hinterwand ein sehr zerstörtes und nicht sicher 
gedeutetes Gegenstück (Hlbg. N0. 1373); 12 Triclinium oder, besser, Oecus 
mit der offenen Aussicht auf das Peristylium; der Platz des Tisches ist in dem 
schwarzweißen Mosaikfußboden durch ein von einem Bandornament umgebe- 
nes Quadrat bezeichnet, welches in grober Arbeit vier Tauben- enthält. In dem 
nur auf zwei Seiten von Säulengängen umgebenen Viridarium 14 bemerken 
wir ein kleines viereckiges Springbrunnenbassin und ein Luftloch der von dort 
zum Impluvium führenden Rinne. Die ursprünglich ziemlich schlanken, nicht 
cannellirten , sondern nur gekanteten dorischen Tußsäulen erhielten in der 
letzten Zeit eine dicke, unten gelbe, oben weiße Stuckhülle; die Intercolum- 
nien sind bis auf zwei Eingänge mit niedrigen Brüstungsmauern geschlossen; 
in einem derselben sehn wir die Mündung der Cisterne, ohne Puteal, mit
        

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