Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1874398
Die Privatgebäude. 
Die Wohnhäuser. 
Casa della toletta dell" Ermafrodito. 
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genau der Vorder- und Rückseite des Impluviums entsprechend, zwei größere 
Kalksteine, oberhalb deren die Mauer nicht erhalten ist: wahrscheinlich lagen 
auf ihnen die gewöhnlichen Querbalken des tuscanischen Atriums. Falsch 
ist ferner in dem Durchschnitt das Impluvium, welches in Wahrheit nicht nur 
durch die es umfassenden Mauern, sondern auch, wie gewöhnlich, durch eine 
Vertiefung im Fußboden gebildet wird; die erwähnte Mauer enthält, wie Plan 
und Durchschnitt zeigen, eine rinnenartige Vertiefung, welche diente, um 
Erde zur Zucht einiger Blumen aufzunehmen. Zwei Mündungen der Cisterne 
sehn wir in 4 neben dem Impluvium. Links im Atrium ist die Treppe 5, 
welche zu zwei Gemächern im ohern Geschoss führt, deren allerdings lediglich 
vermuthete Fenster der Durchschnitt zeigt. Die Treppe ist aus ihren untersten 
Steinstufcn deutlich zu erkennen, und soll der Symmetrie wegen auf der ent- 
gegengesetzten WVand in Malerei wiederholt gewesen sein, was aber schwerlich 
in der That der Fall war. Von den sorgfältig im Stil der letzten Zeit Pompejis 
ausgemalten Zimmern auf der Rückseite des Atriums können wir in 6 das 
Schlafzimmer des Hausherrn vermuthen; für 7, an dessen Hinterwand eine 
Darstellung von Phrixos und Helle (Hlbg. N0. 1252) gemalt und, wenngleich 
ziemlich zerstört, noch an Ort und Stelle ist, während- ein Adonis (Hlbg. 
No. 34 3) an der YVand rechts jetzt gar nicht mehr erkannt werden kann, wird 
der Name Oecus am ehesten passen. 8 ist das Zimmer des Sclaven, 9 die 
Küche mit Heerd, Abtritt und einer Thonröhrenleitung aus dem Oberstock; 
10 ist ein mit dem Innern des Hauses in Verbindung stehender Laden mit 
einer gemauerten Ladenbank, an deren Ende eine auch sonst häufig begeg- 
nende Vorrichtung angebracht ist, um ein Gefaß über Feuer zu halten: es 
wurden hier also warme Speisen verkauft. 
Doch genug dieser kleinen Hauser; die gegebenen Beispiele, die sich 
bedeutend vermehren ließen, werden genügen, um klar zu machen, wie man 
die regelmäßige Grundanlage möglichst festzuhalten strebte, wie dieselbe aber 
doch nach den Bedürfnissen und den räumlichen Bedingungen vielfach ab- 
geändert werden musste. YVenden wir uns zu der Betrachtung einiger Hauser 
mittlerer Größe, um auch bei ihnen die Entfaltung und die oft geistreiche 
Modification des Princips zu beobachten. 
 (N0. 6.) Als ein erstes Bei- 
spiel wählen wir die nach ihren  4   2 4 i? 
Hau tbildern so enannte Oasa  l E,    
dellld toletta gdell" Erma-   7 2  1 I ; 
frodito oder diAdonefe- 5x   h, Ii" , i? W .1 
rito, jetzt rlomus III. Asel- Eäü  y nuunn  
lin i,anderMercurstraße,VI, 7,  f) all." 
18(No.29imPlan) , ausgegraben gü l 1 , F d, n, H M, m A, 2„ 
1835-1836. Das Haus stammt "-1 Ä  
in seinen wesentlichen Bestand- 
theilßn, einschließlich des Pe- Fig. 153. Plan der Casa della toletta am" Ervnafrodito. 
ristyls , aus der Tuffperiode; 
einem ältern Umbau verdanken die Zimmer 9, 10, 11 ihre Entstehung; durch 
einen spätem, in der letzten Zeit Pompejis, ward 12 vergrößert und das Haus 
18'"
        

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