Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1874375
Die Privatgebäude. 
Die Wohnhäuser. 
4 kleines Haus. 
Casa di Modesto. 
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nicht zur Verwendung kommen konnte, auf das von dem Hausherrn betriebene 
Gewerbe schließen; er wird ein Unternehmer (redemptor) von Bauarbeiten 
gewesen sein. Im Hintergrunde, an der Stelle des Tablinums, liegt ein über 
zwei Stufen zugängliches großes Speisezimmer (Triclinium oder Oecus), 4. 
Dasselbe ist stattlich geschmückt; es hat rothe und gelbe Wände mit reichen, 
phantastischen Architekturmalereien letzten Stils, und in denselben als Mittel- 
bilder auf der Hinterwand Herakles bei Omphale (Hlbg. N0. 1136), rechts 
eine der unerklärten Darstellungen aus dem Kreise der Lichtgottheiten 
(Hlbg. N0. 971), während dasjenige links die vom Stier geschleifte Dirke 
darzustellen scheint. Auf den Seitenfeldern der Wände sind außerdem noch 
in schwebenden Figuren die Jahreszeiten (Hlbg. N0. 978, 982, 988, 1002), 
Nike (910) und Eroten (686. 675) gemalt. In der linken vordern Ecke dieses 
Tablinum führen drei Stufen zu der Thiir eines angrenzenden, auch im 
letzten Stil ausgemaltcn Cubiculum 5, in dem wir an der Eingangswand 
eine Darstellung von Phaedra und Hippolytos (Hlbg. N0. 1245), gegen- 
über eine solche des Endymion (956) finden, während auch hier das dritte 
Bild an der Wand rechts vom Eingange zerstört ist. Die linke ist von einem 
Fenster durchbrochen, welches diesem Gemache vom Atrium her Licht schafft. 
In dem Raum 6 rechts vom Tablinum, welcher durch zwei kurze Wandstücke 
in zwei Theile getheilt wird, sind die Wände unten mit Ziegelstuck, oben mit 
rohem weißen Stuck bekleidet. Ohne Zweifel diente dieser Raum in nicht 
näher bestimmbarer Weise dem Gewerbsbetrieb: jene beiden Wandstiicke 
sollen nur ermöglichen, den entsprechenden Raum des Oberstocks in mehre 
Zimmer zu theilen. Links am Atrium liegt die Küche 7 mit Heerd und Ab- 
tritt und der Treppe zum Obergeschoss. An dieser Treppe vorbei gelangt man 
endlich in die dunkle Speisekammer (cella penaria) 8.  Die eigentlichen 
Wohnräume der Familie waren im Oberstock. 4 wurde sicher nur benutzt, 
wenn man Gäste hatte, 5 war entweder ein Gastzimmer oder das Schlafzimmer 
des Hausherrn, der seinenWerkstatten nahe bleiben wollte. Oben War ein Gang 
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zu einem Speisezimmei   
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dem vordern Theil von  K? 3  
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Schlafzimmer mit er-  ' .4 
höhtem Platz für das Sei) , 21440 "i s  f" I2 
Bett über dem hintern Fig. 151. Plan der Casa di Mozlesto. 
Theil von 6 und 1n eine 
Kammer mit nur roh gemalten Wänden über der rechten hintern Ecke des- 
selben Raumes. x 
(N0. 5.) Das Haus, dessen Plan die obenstehende Fig. 151 zeigt, kaum 
ausgedehnter, als das vorige, und bekannt unter dem Namen der Oasa di 
Overbeck, Pompeji. 4.Auß. 18
        

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