Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1874354
Die Privatgebäude. 
Die Wohnhäuser. 
kleine Häuser. 
271 
abgelassen werden; bei 7 ist ein kleines rundes gemauertes Bassin unbekannter 
Bestimmung. Weitere Wohnräume haben wir uns im obern Geschoss zu. 
denken. Es ist interessant zu beobachten, wie die Anordnung um eine Art 
Atrium (I) und etwas dem Garten und Peristyl Ähnliches auch in den kleinsten 
Wohnungen so viel wie möglich durchgeführt wird. 
(Nr. 2.) 123) Das zweite Haus, 51a im Plan, liegt am nördlichen Theil der 
Stabianer Straße (V, 1, 28). Es mag, seiner Bauart nach, aus den früheren 
Zeiten der römischen Colonie stammen und gehörte, wie wir aus einer noch 
Zu erwähnenden Inschrift entnehmen, dem M. Tofelanus Valens. In der linken 
Wand des gleich an der Straße verschlossenen Ostiums 1 ist die als Aedicula 
geformte Nische für die Larenbilder angebracht, welche, aus Bronze, in den 
Boden derselben eingelassen waren. 'Weiter 
gelangen wir in das kleine Atrium 2, welches E.        
nicht die gewöhnliche Bedachung mit dem  a u  1  
Compluvium in der Mitte hatte. Vielmehr      Ü:    
neigte sich das Dach gegen die Rückseite,       
und hatte eine Öffnung nur in der linken  "i 4 Ä 1  .7 f, R  
hintern Ecke, über dem dort befindlichen f,     f;  f" 
aufgemauerten Bassin, in welches das Regen- 1 E ä i 5 10111. 
Wasser fiel und aus Welchem es durch eine Fig.148. HausdeslilLTofelanus Valens. 
Öffnung am Boden und eine bedeckte Rinne 
auf die Straße geleitet werden konnte. Über den Mangel eines Gartens hat sich 
der Hausherr in sinniger Weise dadurch zu trösten gewusst, dass er auf die 
Wände der linken hintern Ecke des Atriums, so weit sie dem erwähnten 
Impluvium entsprechen, über einem hohen rotben Sockel auf gelbem Grunde 
Piianzen und Vögel malen ließ, so dass es scheinen sollte, als sähe man hier 
in einen Garten. 3 ist offenbar das Schlafzimmer des Sclaven (schwerlich 
hatte diese Familie mehr als einen); die YVände haben einen hohen Sockel aus 
Ziegelstuck, weiter oben groben weißen Stuck; in der rechten hintern Ecke ist 
die Wand durchbohrt, um von hier aus den Querbalken (sem) vor die Haus- 
thür schieben und wieder fortziehen zu können. 7 war das Schlafzimmer des 
Hausherrn und seiner Familie: seine Thür konnte von Innen durch einen 
Querbalken geschlossen werden. 6, mit weiter Öffnung auf das Atrium, war 
Wohl ein Speisezimmer. Die Bestimmung von 4 können wir nicht feststellen: 
es konnte als Wohnzimmer oder Schlafzimmer dienen; in einer frühern Periode 
wird es wohl die Küche gewesen sein, denn wir finden gleich daneben den 
gewöhnlich mit der Küche verbundenen Abtritt 5. In späterer Zeit, wohl 
nach der Zeit des Augustus, gab man dem Hause ein oberes Geschoss, welches 
sich über alle unteren Raume mit Ausnahme des Atriums erstreckte und durch 
die in das Zimmer über 7 einmündende Treppe an der Rückseite des Atriums 
Zugänglich war. Hierher wird man dann auch wohl die Küche verlegt haben, da 
Wir eine solche im Erdgeschoss nicht finden. Im übrigen scheinen die oberen 
Räume sehr bescheiden gewesen zu sein; sie hatten auf die Straße enge 
Schlitzfenster, nur der über 4 und 5 liegende Raum ein etwas größeres. Links 
am Atrium, zwischen 6 und dem Gange zu 4 und 5, ist eine kleine Marmor- 
tafel eingemauert mit der Inschrift: lll. Tofelano M. Valenti, quod amico
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.