Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1871288
Zweites 
Capitel. 
Postanstalten, während in der Nähe der Städte die Straßen zu beiden Seiten 
mit Tempeln oder kleineren Heiligthümern, mit Villen und mit Grabmälem 
eingefasst waren, welche letzteren man unmittelbar vor dem Thor anzubringen 
liebte, seitdem das Zwölftafelgesetz die Bestattung innerhalb der Stadtmauern 
verboten hatte. An den Seiten der Hauptstraßen vor dem Thore schienen die 
Ruhestätten der Verstorbenen von dem Leben nicht abgetrennt, und der leb- 
hafte Verkehr, der sich hier bewegte, musste diesen Ort als den wünschens- 
werthesten für die Denkmäler verdienter Bürger erscheinen lassen. Wie reich 
und anmuthig diese Einfassung der Hauptstraßen war, werden wir bei der 
Gräberstraße Pompejis kennen lernen, obgleich auch diese nur ein schwaches 
Abbild des Glanzes und Geschmacks der Hauptstadt bietet. 
Zweites 
Capitel. 
Geschichtliche 
Notizen 
über 
Pompßji 
bis 
zur 
Verschüttung. 
Von einer Geschichte Pompejis im eigentlichen Sinne kann nicht die 
Rede sein, denn kaum ein halbes Dutzend kurzer Notizen über die Schicksale 
der Stadt sind auf uns gekommen; im übrigen wissen wir von denselben nur 
das, was sich aus unserer Kenntniss der Geschichte der ganzen Landschaft 
ergiebt. 
Ohne Zweifel ward auch Pompeji um 420 von den aus dem Gebirge in 
die Ebene vordringenden Samniten besetzt. Von seinen Zuständen vor dieser 
Zeit wissen wir gar nichts. Aber auch in Betreff der samnitischen Zeit müssen 
wir uns mit wenigen Andeutungen genügen lassen. Zunächst ist es bemer- 
kenswerth, dass die nach und nach alle Städte Campaniens erobernden Sam- 
niten, so wenig sie daheim eine staatliche Einheit bildeten, was ihr endliches 
Unterliegen gegen Rom bedingte, eben so wenig in Campanien zu einer Ge- 
sammtverfassung oder auch nur zu einer dauernden Eidgenossenschaft, die sich 
über den Heerbann im Momente der Noth erhoben hätte, zusammentraten. In 
den Inschriften ist wenigstens keine Spur von einer Centralgewalt, welche 
gemeinsame Anordnungen für mehre Städte getroffen hätte, und in ihnen 
sowohl wie bei den Schriftstellern werden immer nur städtische Localbehörden 
genannt. Der gemeinsame oskische Name dieser ist Meddiss (römisch medix) 
von dem Stamm des lat. Verbums möderi, welchen wir mit vwaltena über- 
setzen können; die oskischen Behörden hießen also nWaltera im Sinne von 
vHerrschera, aber mit dem Nebenbegriff der vom Volke eingesetzten und einer 
republikanischen Gemeinde gegenüber ausgeübten Gewalt, im Gegensatze der 
im Worte vHerrschera ausgedrückten königlichen. Zu dieser Bezeichnung 
Medix tritt dann ein den Amtskreis bezeichnendes Beiwort, und der höchste 
Magistrat wird durch Medix-tuticus (meddiss-tovtiks) als nStadt-w oder vStaats- 
waltera bezeichnet. Neben diesem fungirten andere niedere Beamte in be- 
stimmten Amtskreisen, wie z. B. zwei etwa den Aedilen entsprechende Medices 
decetasii in Nola (Mommsen, Unterit. Diall. S. 254, 278) und in Pompeji ein
        

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