Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1874188
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Viertes Capitel. 
so einfach wie sinnreich, kann an dem Modell einer pompejairer Thür, welche 
der dirigirende Architekt M. Ruggiero nach antiken Resten hat anfertigen 
und in dem Localrnuseum an der Porta della marina aufstellen lassen, genau 
nachgewiesen werden, lässt sich aber mit Worten und selbst mit Hilfe einer 
Abbildung nur schwer recht verständlich machenm). Was über die Pfosten und 
ihre Verkleidung, über die Thiirangeln und Riegel gesagt ist, wird durch die 
vorstehende Figur 136 klar werden. Sie stellt in Grundriss und Durchschnitt 
den Eingang des s. g. Hauses des Pansa dar und es bezeichnet in ihr V das 
Vestibulum, O das Ostinm, auf welches wir gleich kommen werden, A die 
Pfosten, S die Schwelle und in ihr a die Vertiefungen für die Verkleidung der 
Pfosten, ß die Thürangellöcher, y die Riegellöcher und d endlich eine Hache 
Rille, welche der eine mangelhaft emporgezogene Riegelbei vielmaligem Öffnen 
der Thiir in die Schwelle und den Fußboden des Ostium eingeschliifen hat. 
Auch von einer pompejanischen F lügelthür mit ihren Angelzapfen und einem 
mächtigen, aber sehr verrosteten Schlosse kann Fig. 137 wenigstens einiger- 
maßen eine Vorstellung geben. Die- 
 selbe stellt in einer von dem Verfasser 
[kg  Treff d selbst so gut es gehn wollte gemachten 
 i:   171i;  Zeichnung einen der schon früher 
Elllfl-ylwßdir llllfiiiltlßlilfllilly erwähnten, im kleinen Localmuseum 
Nmwwlxüßltil; , Ulailw von Pompeji aufbewahrten Gypsabgüsse 
    einer hölzernen, verkohlt gefundenen 
trlwllyhlllltl    Thur,  zwar deren innere Ansicht 
   w am!HHHHNK! dar. Zlerlrcher gestaltete Thuren wei- 
  il-i" den an einem andern Orte beigebracht 
          , werden. In größeren Häusern, nament- 
selten neben der Hausthur und mit 1hr 
einen rechten Winkel bildend, eine 
kleine, einfliigelige Thür, welche also auf der rechten oder linken Seite des 
Vestibulums liegt und zunächst in einen Winkel zwischen eben dieser Thiir 
und der entsprechenden Seitenwand des Hansflurs führt; so konnte man in 
das Haus treten, ohne die große und schwere Hauptthür zu öffnen. Wir finden 
diese Einrichtung z. B. in der Casa de! Laberinto (VI, 11, 20), in der Casa 
de! Toro di bronzo (V, 1, 7) und im Hause des Epidius Rufus (IX, 1, 20), wo 
sie auf dem weiter unten zu gebenden Plan deutlich sichtbar ist. Vergessen 
sei nicht, der freundlichen Sitte Erwähnung zu thun, nach welcher die 
Schwelle der Hansthür oft, auch in Pompeji einige Male, mit dem Bewill- 
kßmmnllllgsgruß SALVE in Mosaik geschmückt war. Auf die Hausthür 
folgt der innere Hausflur, ostium, 4 auf dem Plane Fig. 135, zur Seite dessen 
sich, in Pompeji freilich keineswegs in der Regel, ein Karnmerchen 5 für den 
osiidriuS, den P0rtier, befindet, neben welchem man oft einen Hund ankettete, 
oder ihn nur malte oder von Mosaik in den Fußboden einlegte, wie dies in 
Pompeji in der Casa delpoeta der Fall ist. Eine Inschrift nCave canem In nimm 
dich vor dem Hunde in Acht! warnte vor der allzu großen Annäherung an 
den vierfüßigen WVächter und findet sich auch neben dem erwähnten Mosaik-
        

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